Hückelhoven: Jansen mit Fragen „gelöchert”

Hückelhoven : Jansen mit Fragen „gelöchert”

Ungewöhnlichen Besuch empfing der frisch gewählte Bürgermeister Bernd Jansen im Sitzungssaal des Rathauses.

Wo sonst der Rat und seine Ausschüsse tagen, nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6B und 6F des Gymnasiums Platz. Natürlich hatten sie sich gut auf den Besuch vorbereitet. „Wir behandeln gerade die Themen Kommunalpolitik und Mitbestimmung”, erklärte die Politiklehrerin Britta Lappeßen. „Unser Ziel war es, den Schülern zu zeigen, dass Politik nicht abstrakt ist, sondern greifbar und auch sie schon betrifft.”

So erstellten die Schüler im Unterricht ein Fragenkatalog, der den Bürgermeister teilweise ins Schwitzen brachte. Da wurde nach der Mitarbeiterzahl im Rathaus genauso gefragt wie nach der Anzahl der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger in Hückelhoven oder danach, was mit den Sachen im Fundbüro passiert, wenn sie keiner abholt.

Auf fast alles wusste Jansen eine Antwort. Auch auf die Frage, was „die Politik” in der Stadt für die Kinder tue. Er erklärte seinen jungen Zuhörern, dass es seine Aufgabe sei, positive Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche wohl fühlen.

Als Beispiel nannte er die Modernisierung der Hückelhovener Schulen und die Renovierung der Spielplätze. Allein für die Spielplätze, so Jansen, würden jährlich rund 200.000 Euro ausgegeben. Doch auch aktuelle kommunalpolitische Themen wurden angesprochen, zum Beispiel die neuen Einbahnstraßen in der Innenstadt.

Jansen erklärte den Schülern, wie es zu der neuen Verkehrsführung gekommen war und gab zu: „Ganz so toll wird es von den Bürgern nicht angenommen.” Auf die Frage, ob er als Bürgermeister neue Arbeitsplätze schaffen könne, verwies er auf über 1300 neu geschaffenen Stellen in den letzten Jahren und versprach: „Ich werde mein Bestes tun.”

Einzig auf die Frage, ob es den Betroffenen mit „HartzIV” besser ginge, musste er passen. „Wir wissen selber noch nicht, was passiert. Doch wir bemühen uns, den Leuten die Angst davor zu nehmen.” Jansen betonte, dass er die neue Regelung „im Grundsatz richtig” finde. Schließlich komme es darauf an, „den Menschen durch Arbeit wieder einen geregelten Tagesablauf zu bieten”.

Auch persönlich erfuhren die Schüler viel über ihren Bürgermeister. Dass er einen Meter und 98 Zentimeter groß ist, dass sein Fußballer-Herz für die Mönchengladbacher Borussia schlägt und dass er vier Kinder hat, mit denen er am liebsten seine Freizeit verbringt. Auf die Frage, ob man denn als Bürgermeister auch Geld verdiene, antwortete er schmunzelnd: „Zum Glück, sonst könnte ich es nicht machen.”

Doch auch Jansen hatte ein Anliegen an die Schüler. Er bat sie, sich mit Ideen und Vorschlägen aktiv einzumischen und nannte den Stadtjugendring als direkten Ansprechpartner.

Beeindruckt vom Sachverstand und Interesse der jungen Lokalpolitiker versprach Jansen zum Abschied: „Ich mache noch zwanzig Jahre weiter, dann übernimmt einer von euch!”