Städteregion: Inklusionshelfer: Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Städteregion : Inklusionshelfer: Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

Angesichts der positiven Resonanz konnte der Städteregionsausschuss eigentlich gar nicht anders: Einstimmig hat er beschlossen, den Einsatz von Inklusionshelfern an Schulen in der Städteregion weiter auszubauen. Acht Grundschulen und fünf weiterführende Einrichtungen sind mittlerweile an dem Projekt, das 2015 in seine Pilotphase gestartet war, beteiligt. Und zu Beginn des nächsten Schuljahres sollen drei weitere hinzukommen.

Die Fraktionen tragen mit ihrem Beschluss der Empfehlung der Schulleiter Rechnung, die in ihrer Zwischenbilanz uneingeschränkt für die Fortführung des Modells plädieren. Gleiches hatte im Vorfeld der Sitzung auch die städteregionale Verwaltung getan. Dabei bekam sie Argumentationshilfe aus Düsseldorf.

Denn die Landesregierung hat ihre Inklusionspauschale für die Städteregion auf knapp 587.000 Euro verdoppelt und zugesagt, dass die Mittel auch in den kommenden beiden Jahren fließen werden. Damit ist nicht nur die Finanzierung der 13 bestehenden Inklusionshelferstellen mittelfristig gesichert, sondern zudem weiterer Spielraum geschaffen. Welche drei Schulen davon profitieren werden, will die Verwaltung in Kürze entscheiden.

Die Erfolgsgeschichte läuft unter dem ziemlich sperrigen Titel „Koordinierungs- und Beratungsstelle für schulische Inklusion“. Dahinter steckt allerdings weit mehr als das namentlich benannte Büro, das dem städteregionalen Schulamt zugeordnet ist. „Kobsi“, so die besser einprägsame Abkürzung, ist vielmehr Name eines Pilotvorhabens, das nach Aussage des zuständigen Dezernenten Markus Terodde mittlerweile landesweit für Aufsehen sorgt.

Das liegt daran, dass die Städteregion sich in einem (juristischen) Feld bewegt, das lange Zeit ausschließlich über die in den Sozialgesetzbüchern VIII und XII geregelte Eingliederungshilfe abgedeckt worden ist. Denn auf diese haben Schüler mit einem anerkannten sonderpädagogischen Förderbedarf, die an einer Regelschule unterrichtet werden, einen gesetzlichen Anspruch. Die Städteregion aber setzt inhaltlich auf einen völlig neuen Ansatz — weg von der individuellen Arbeit des Schulbetreuers hin zu einer flexiblen Unterstützung, die ein Inklusionshelfer bieten kann — auch, aber eben nicht ausschließlich für den förderbedürftigen Schüler.

Markus Terodde hatte sich sehr früh festgelegt: Schon im Frühsommer 2016 skizzierte er nach dem gelungenen Start gegenüber unserer Zeitung eine Entwicklung „vom Pilotprojekt zum Regionsmodell“. Einige Monate zuvor war bereits Ruth Meyering, Leiterin des städteregionalen Schulamtes, ob der ersten Rückmeldungen aus den Schulen ins Schwärmen geraten und hatte von „sensationellen Ergebnissen“ gesprochen.

Die Ende Januar vorgenommene Befragung der 13 „Kobsi“-Schulleiter bestätigt ihre damaligen Einschätzungen. „Die Rückmeldungen beschreiben die positiven Effekte des systemischen Ansatzes“, hat Terodde in seiner Stellungnahme für den Schul- und den Städteregionsausschuss festgehalten. Schüler mit Unterstützungsbedarf würden durch die Inklusionshelfer in akuten Krisensituationen aufgefangen und stabilisiert, das frühzeitige Eingreifen käme dabei auch den übrigen Schülern zugute. Gleiches gelte auch für die zusätzlichen Bewegungs-, Ruhe-, Konzentrations- und Pausenangebote. Bewährt habe sich, so berichten die Schulleiter, zudem, dass die Inklusionshelfer — anders als die Schulbegleiter — zum pädagogischen Team gehören und deshalb auch an allen wichtigen Besprechungen und Konferenzen teilnehmen können.

Nicht zuletzt wird auch ein positiver finanzieller Effekt attestiert. Der, das hatte Markus Terodde mehrfach betont, stehe zwar nicht im Fokus des Konzeptes. Doch weil die „neue“ Inklusionshilfe in die Kategorie der freiwilligen Ausgaben fällt, ist es sehr wohl Ziel der Verwaltung, diese auf Dauer durch Einsparungen an anderer Stelle — konkret bei der Eingliederungshilfe — zu kompensieren.

Terodde sieht die Städteregion auch diesbezüglich auf einem guten Weg: Während die Aufwendungen für Schulbegleiter im Schuljahr 2016/17 im eigenen Zuständigkeitsbereich bei 7,46 Millionen Euro und damit knapp unter denen des vorherigen Schuljahres (7,55) lagen, seien sie landesweit „weiter dynamisch angestiegen“.

Für die kommenden Jahre rechnet die Städteregion mit einer Fortsetzung dieses Trends — und deshalb mit weiterhin guten Argumenten für den (verstärkten) Einsatz von Inklusionshelfern.