In wenigen Minuten in die Nachbarstadt

In wenigen Minuten in die Nachbarstadt

Mönchengladbach (an-o) - Was 1848 begann, wurde 1852 abgeschlossen: Der Bau einer Eisenbahnverbindung von Gladbach nach Rheydt. Am 12. August 1852, vor genau 150 Jahren, wurde der regelmäßige Zugverkehr zwischen den Nachbarstädten aufgenommen.

Es war dies ein Teilstück des linksrheinischen Schienennetzes, an dem seit den 1830-er Jahren geplant und gebaut wurde. 1839 hatten sich in Rheydt, Gladbach und anderen Städten Komitees gebildet, die sich für den Bau des neuen Verkehrsmittels in der preußischen Rheinprovinz stark machten.
Ursprünglich war Rheydt als Knotenpunkt vorgesehen, wo sich die Linien trafen, die Ruhrort, Köln, Düsseldorf, Aachen und Krefeld miteinander verbinden sollten.

Allerdings verzögerte sich der Streckenbau zunächst, so dass der Rheydter Bürgermeister Johann David Büschgens und Wilhelm Peltzer sogar beim preußischen König Friedrich Wilhelm IV. vorstellig wurden. Schließlich wurde die Planung verändert: Gladbach erhielt nun den Zentralbahnhof, nicht Rheydt.

War es bereits seit Oktober 1851 möglich, per Bahn in wenigen Minuten von Gladbach ins benachbarte Viersen zu gelangen, eröffneten sich diese Perspektiven am 12. August 1852 auch für den Weg nach Rheydt. Wie in damaliger Zeit üblich, war es nicht der Staat oder die Kommune, die sich der Schaffung neuer Verkehrswege annahm, sondern ein Privatunternehmen, in diesem Fall die Aachen-Düsseldorfer Eisenbahngesellschaft.

Vorherrschaft brechen

Sie hatte am 21. August 1846 die Konzession zum Streckenbau erhalten. Gegründet wurde sie unter Mitwirkung des aus Aachen stammenden Politikers David Hansemann, der sich seit 1830 für die Entwicklung der Eisenbahn einsetzte. Ziel war, die Vorherrschaft der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft zu brechen und für eine Anbindung Aachens an das Rheinische Eisenbahnnetz zu sorgen.

Finanzielle Schwierigkeiten

Finanzielle Schwierigkeiten führten allerdings 1849 zu einem Vertrag der Gesellschaft mit der preußischen Regierung: Der Staat wurde als Bau- und Betriebsleiter eingesetzt und erhielt dafür eine Zinsgarantie aus den Einnahmen, zur Verwaltung wurde die "Königliche Direktion der Aachen-Düsseldorfer-Eisenbahn-Gesellschaft" gegründet. Diese Zusammenarbeit sorgte schließlich für die Realisierung des Verkehrsprojektes.

Waren auch die Reisemöglichkeiten von Rheydt mit der Eröffnung der neuen Strecke deutlich verbessert, sollte es noch bis zum Januar 1853 dauern, bis das ursprünglich geplante Streckennetz geschlossen war: Mit der Eröffnung der Strecke Aachen-Herzogenrath war es möglich geworden, von der alten Kaiserstadt über Erkelenz bis Düsseldorf ohne Unterbrechung per Bahn zu reisen.