Erkelenz-Gerderath: In die Herzen gesungen

Erkelenz-Gerderath : In die Herzen gesungen

Mit dem Begriff „Kosaken” verbindet man gemeinhin Wild- und Ungebundenheit, Aufruhr gegen Obrigkeit, Mut und Tapferkeit, aber auch Frömmigkeit, Tanz und Gesang.

Kosaken, ursprünglich einmal als Grenztruppen gegen die Tataren eingesetzt, wurden später auch missbraucht und erst vor wenigen Jahren wieder in Russland als offizielle Reiterei anerkannt. Viele Jahre pflegten die Nachkommen hauptsächlich das Kosakentum folkloristisch. Es gibt heute zahlreiche Kosakenchöre, die die Welt bereisen, Kirchen und Säle füllen und liturgische Gesänge und Volkslieder darbieten.

Ein Chor, der Don Kosaken Maxim Kowalew, begeisterte in der evangelischen Kirche Gerderath die Zuhörer. Die Sänger um den Dirigenten Vitali Zuskin und den Diplomsänger Maxim Kowalew brachten ein umfangreiches Repertoire, das von russisch-orthodoxen Gesängen, wie dem „Vater unser” von Piotr Tschaikowski, dem „Ave Maria”, in lateinischer Sprache gesungen, und der bekannten Hymne „Ich bete an die Macht der Liebe”, bis zu den Wolgaschleppern, der Ballade von Stenka Rasin, und zur Legende von den zwölf Räubern, die inzwischen auch von deutschen Männerchören gesungen wird, einen großen Bogen schlug. Vornehmlich in russisch, aber auch in deutsch sangen sich die acht stimmgewaltigen Künstler als Solisten und Chor schnell in die Herzen der Zuhörerschaft.

Zum Abschluss, als das von Achim von Arnim geschriebene, zusammen mit Clemens Brentano in „Des Knabern Wunderhorn” veröffentlichte Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht”, vertont von Johannes Brahms, angestimmt wurde, ermunterte der Chor die Zuhörerschaft zum Mitsingen und das Publikum kannte sogar auch die zweite Strophe. Natürlich forderte man eine Zugabe und das taten die Sänger mit dem „Kalinka”. Schließlich verließen sie mit einem alten Soldatenlied den Kirchenraum.