Kreis Heinsberg: In der Leitstelle sind Baumaßnahmen erforderlich

Kreis Heinsberg : In der Leitstelle sind Baumaßnahmen erforderlich

Die Grundsatzentscheidung muss im September der Kreistag treffen, aber es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass in der Leitstelle des Kreises Heinsberg, die im Feuerschutzzentrum in Erkelenz an der Straße Zur Feuerwache untergebracht ist, umfangreiche Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen erforderlich sind.

Es handelt sich — wenn die Kreispolitik grünes Licht geben sollte — um ein Projekt mit Investitionen im mittleren einstelligen Millionenbereich, sagte Dezernent Philipp Schneider auf Nachfrage. Ordnungsamtsleiter Reinhold Lind erklärte, dass die Finanzierung zum Teil in die Gebührenkalkulation des Rettungsdienstes einfließen würde. Dem Bauausschuss des Kreises, der unter dem Vorsitz von Gerhard Krekels (SPD) vor Ort tagte, wurden die Pläne vorgestellt.

Nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1972 war die Leitstelle in Erkelenz etabliert worden. Von dort aus werden kreisweit die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst koordiniert. Auch in einem Katastrophenfall würden dort alle Fäden zusammenlaufen. Der Betrieb läuft dort rund um die Uhr. Und: „Die Einsatzlast der Leitstelle unterliegt dabei einem stetig wachsenden, unter anderem dem demografischen Wandel in der Bevölkerung zuzuordnenden Leistungsanstieg“, wie in der Verwaltungsvorlage für den Bauausschuss nachzulesen ist.

Die Botschaften, die Dirk Hartmann, Fachbereichsleiter für die Leitstelle, den Bauausschussmitgliedern bei einem Rundgang durch den Standort übermittelte, waren eindeutig: „Die Technik hinkt der Taktik hinterher!“ — „Die Kapazität reicht nicht mehr aus!“ — „Wir platzen aus allen Nähten!“ Und auch technisch stehen entscheidende Neuerungen an: Da ist an allererster Stelle die Einführung des Digitalfunks, aber unter anderem auch das Stichwort eCall“, der ­automatisierte Notruf aus Kraftfahrzeugen.

Wie bereits im neuen Rettungsdienstbedarfsplan, der im Mai vom Kreistag beschlossen worden ist, dargelegt wurde, ist nach Angaben der Verwaltung beabsichtigt, „die Leitstelle künftig in neuen bedarfsangepassten Räumen unterzubringen“. Die jetzige Leitstellentechnik stamme aus den Jahren 2003/2004 und bedürfe — eben auch unter dem Gesichtspunkt der Einführung des Digitalfunks — ­einer kompletten Erneuerung. Weiterhin seien die notwendigen Einsatzleitplätze und die ergänzenden Abfrageplätze nach dem Bedarf neu auszurichten; dieser Bedarf wird von der Verwaltung als „dynamisch steigend“ betrachtet. Es sollen also mehr Einsatzleitplätze entstehen. Hinzu komme, dass gemeinsam zu nutzende Einrichtungen, insbesondere für Ausbildung und Aufgaben in den Bereichen des Rettungsdienstes und der Gefahrenabwehr, geschaffen werden müssten.

„Neubau ist unumgänglich“

Unter dem Strich ist die Verwaltung zu dem Schluss gekommen: „Um dieser Aufgabe auf Dauer gerecht zu werden, ist ein Neubau eines Leitstellengebäudes unumgänglich.“ Die notwendigen Erfordernisse und Überlegungen zur technischen und organisatorischen Umsetzung unter Berücksichtigung des Raumbedarfes zu Ausbildungszwecken hätten letztendlich zu dem Ergebnis geführt, den Funktionsbereich Leitstelle neu zu planen und auf dem vorhandenen Grundstück in Erkelenz zu errichten. Dieser zweigeschossige Neubau (mit zweimal 450 Quadratmetern Nutzfläche) soll im Jahr 2016 entstehen.

Danach ist in einem zweiten Bauabschnitt im Jahr 2017 geplant, den bisherigen Leitstellenbereich umzubauen. Diese Räumlichkeiten sollen dann genutzt werden für Aus- und Fortbildungszwecke: für Lehrgänge und Schulungen für die Mitarbeiter des Feuerschutzzentrums samt Leitstelle, für die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehren der Städte und Gemeinden sowie der Hilfsorganisationen sowie für die Mitarbeiter der gemeinnützigen Rettungsdienst-Gesellschaft. Dies sei notwendig, um den erforderlichen Qualitätsstandards und den rechtlichen Forderungen zu entsprechen. Derzeit stünden dafür keine Räumlichkeiten zur Verfügung, da die ehemals für Schulungszwecke genutzten Räume zugunsten der dringend erforderlichen Führungsräume für große Schadenslagen sowie als Werkstatt- und Büroflächen umgestaltet worden seien. Um den Leitstellenbetrieb auch während der Bauphase sicherzustellen, könnten die vorhandenen Leitstellenräume erst nach dem Umzug in den Neubau umgebaut werden.

Schließlich soll es 2018 einen dritten Bauabschnitt geben: mit der Erweiterung der bestehenden Fahrzeughallen. In der neuen Halle (Nutzfläche: 300 Quadratmeter) soll auch Platz für Überprüfungen von Funkgeräten, Antennenanlagen und anderen Geräten geschaffen werden. Sie soll auch für Ausbildungsveranstaltungen und Übungen genutzt werden können.

„Der Standort gibt es her“

Diplom-Ingenieur Thomas Gleichmann, Leiter des Amtes für Gebäudewirtschaft, betonte mit Blick auf die geplanten Baumaßnahmen auf dem insgesamt 8500 Quadratmeter großen Areal: „Der Standort gibt das her.“ Auch wenn die Entscheidung erst im September im Kreistag fallen soll, so unterstrich Erwin Dahlmanns von der CDU-Mehrheitsfraktion im Bauausschuss, wie wichtig es sei, die Leitstelle „auf den Stand der Zeit, auf den Stand der Technik zu bringen“.

(disch)