Kreis Heinsberg: Immer mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens

Kreis Heinsberg : Immer mehr Frauen sterben an Folgen des Rauchens

Im Kreis Heinsberg sterben immer mehr Frauen an den Folgen des Rauchens. Erlagen laut Landesamt für Statistik 1985 noch 32 Frauen Kehlkopf-, Luftröhren- oder Lungenkrebs, so waren es 2012 bereits 55 — eine Steigerung von 71,9 Prozent.

Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Männer, die an diesen Krebsarten starben, nur um 32,7 Prozent. Allerdings ist die Zahl der Männer, die an Raucherkrebs sterben (2012: 142), noch immer höher als die der Frauen.

„Dass immer mehr Frauen an den Folgen des Rauchens sterben, ist eine zeitverzögerte medizinische Reaktion auf das veränderte Rauchverhalten“, so Michael Lobscheid von der IKK classic. „Während immer weniger Männer rauchen, stieg in den letzten 20 bis 30 Jahren der Anteil der Raucherinnen deutlich an. So greifen mittlerweile 40 Prozent der 18- bis 29-jährigen Frauen in Deutschland regelmäßig zur Zigarette.

Da es relativ lange dauert, bis der Krebs ausbricht, sehen wir jetzt immer mehr die Folgen dieser Entwicklung.“ Hinzu kommt: Während Männer durchschnittlich 2,9 Lebensjahre früher durch das Rauchen sterben, sind es bei Frauen erschreckende 10,5 Jahre. „Woran das genau liegt, konnte die Wissenschaft bis jetzt nicht klären, offensichtlich sind aber Frauen weniger widerstandsfähig gegenüber krebserregenden Stoffen als Männer“, so Michael Lobscheid.

Dies alles führt dazu, so das Ergebnis einer Studie der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“, dass 2015 in der EU wahrscheinlich Lungenkrebs für Frauen die tödlichste Krebsart sein wird — bisher ist dies der Brustkrebs. „Das alles sind viele gute Gründe, endlich mit dem Rauchen aufzuhören, auch wenn dies oft leichter gesagt als getan ist“, so Michael Lobscheid. Interessierte finden unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote, die beim Abgewöhnen helfen, in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.