Kreis Düren: Im Kreis Düren gibt es noch etwa 600 freie Ausbildungsstellen

Kreis Düren : Im Kreis Düren gibt es noch etwa 600 freie Ausbildungsstellen

Mit der Ausbildung ist es ein bisschen wie mit Weihnachten. Für viele Jugendliche kommt das Ende ihrer Schulzeit doch irgendwie plötzlich, und ein Ausbildungsvertrag ist noch nicht unter Dach und Fach, oftmals nicht einmal in Sicht. Dabei könnten sie mit einem unterzeichneten Vertrag viel entspannter in den Urlaub gehen — und ihre Eltern natürlich auch. Die Unternehmen wünschen sich ohnehin, die Personalplanung möglichst vor der Urlaubszeit abschließen zu können.

„Es geht noch was“, beruhigt Stefan Köhnen, Teamleiter Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur in Düren, Jugendliche und ihre Eltern. „Es wäre falsch, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Im Kreis Düren gibt es noch etwa 600 freie Ausbildungsplätze.“ Und freie Plätze gebe es noch in sehr vielen Branchen, in der Industrie, auf dem Bau, in der Gastronomie zum Beispiel, als Fitness-Trainer. „Wer sich jetzt um eine Stelle bewirbt, hat in den Sommerferien auch die Chance, noch ein Praktikum zu machen und sich in diesem Praktikum zu beweisen“, motiviert Köhnen, jetzt in die Puschen zu kommen. Er rät vor allem bei kleineren Betrieben, die Azubis suchen, dazu, einfach anzurufen und dann persönlich vorbeizuschauen, um eine Bewerbungsmappe zu übergeben. „Und wir bauen auch gerne Brücken“, betont Köhnen.

Stefan Köhnen von der Agentur für Arbeit Düren. Foto: smb

Die Bandbreite an Berufen ist groß, die Auswahl fällt vielen schwer. „Deswegen bieten wir hier ja eine Berufsberatung an“, sagt Köhnen. Da gehe es darum, die Wünsche der Jugendlichen mit den realistischen Möglichkeiten beispielsweise mit Blick auf den Schulabschluss und Noten zusammenzuführen.

Dabei gehe es auch oftmals darum zu zeigen, welche Berufe es eigentlich gibt? Was zum Beispiel macht ein Medientechnologe im Siebdruck? Welche Aufgaben hat ein Verfahrensmechaniker in der Kunststoffverarbeitung? Und wie genau läuft die Ausbildung als Koch oder Steinmetz ab?

Schichtarbeit und körperliche Arbeit

Die Papierfabrik Smurfit-Kappa in Kreuzau zum Beispiel sucht noch einen Mechatroniker. „Auf eine Stellenausschreibung im kaufmännischen Bereich bewerben sich 60 bis 80 Schüler, auf eine im technischen Bereich sind es vielleicht zehn bis 15“, verdeutlicht Andreas Keilhauer aus der Personalabteilung. Und von den Bewerbungen seien viele sehr schwach, zum Beispiel voller Rechtschreibfehler. „Die Qualität der Bewerber passt häufig nicht“, sagt Keilhauer. Langfristig sei das für eine Firma problematisch, weil ohne Nachwuchs eben auch die Stellen nicht besetzt werden können und zu wenig Personal da sei.

Im technischen Bereich geht es um Schichtarbeit und körperliche Arbeit, das findet nicht jeder attraktiv. „Die Arbeit hat aber auch Vorteile“, sagt Keilhauer. So sei die Bezahlung mit Schichtzulagen durchaus gut, die Gefahr arbeitslos zu werden angesichts der händeringenden Suche nach Fachkräften gering.

Stefan Köhnen von der Arbeitsagentur unterstreicht auch, wie wichtig viele Beruf für die Gesellschaft sind. „Jeden Tag sehen wir Lkw vor uns, ärgern uns vielleicht manchmal über sie. Aber wir brauchen sie dringend, um Waren zu transportieren, sei es in der Gastronomie oder in der Industrie.“

Drei Nachwuchskräfte, die Lkw fahren wollen, sucht die Dürener Spedition Monjean. Ein Afghane hat sich beworben, bei diesem ist aber noch nicht klar, ob er im Land bleiben darf. „Wir brauchen diese Leute, die in der Logistik arbeiten wollen, egal welcher Herkunft. Da müssten Möglichkeiten geschaffen werden“, fordert Monjean. Seine Firma wachse, er würde gerne für den eigenen Bedarf ausbilden, denn es gebe auch viele ältere Fahrer, die den Beruf nicht mehr ewig ausüben werden. In einer Zeit mit einer großen Auswahl an Berufen habe der Kraftfahrerberuf viel Konkurrenz. Konkurrenz von für Jugendliche offensichtlich spannenderen Berufen. „Dabei ist des Lkw-Fahrers in den vergangenen Jahren sehr viel attraktiver geworden“, sagt Monjean. „Und es gibt viele Leute, die den Beruf schon lange und auch sehr gerne ausüben.“

Info: Schulabgänger, die noch nicht wissen, was sie werden möchten, können auch in den Ferien montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und ab 14 Uhr zur offenen Sprechstunde ins Berufsinformationszentrum kommen.