Kreis Düren: Im Kindesalter schon auf Infarktkurs

Kreis Düren : Im Kindesalter schon auf Infarktkurs

„Wir wollen einen gesunden Kreis Düren schaffen.” Frank Müller, Leiter des Bereichs Gesundheitsförderung bei der AOK Rheinland/ Hamburg, Regionaldirektion Düren-Jülich, formuliert ein ehrgeiziges Ziel.

Um dies zu erreichen fängt die Krankenkasse bei den Kleinsten an: In den Kindergärten der Region läuft unter dem Namen „TigerKids” ein Projekt, das auf eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung bei Kindern abzielt.

Denn im Kindergartenalter sind die Chancen das Bewegungs- und Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen zu beeinflussen, am wirkungsvollsten, weiß Frank Müller zu berichten. Zumal eine Studie des Robert-Koch-Instituts zum Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2006/ 2007 gezeigt habe, dass 15 Prozent der Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig und 6,3 Prozent sogar krankhaft fettleibig sind.

„Wir haben jetzt schon Vierjährige, die an Alterszucker leiden und so schlechte Blutwerte haben, dass sie auf dem Weg zu einem Herzinfarkt sind”, gibt auch Anita Zilliken zu bedenken. Sie ist Referentin des Instituts für betriebliche Gesundheitsförderung und schult jetzt rund 70 Erzieherinnen und Erzieher von Kindertagesstätten im Kreis Düren.

Im Kreisgebiet beteiligen sich mittlerweile 23 Familienzentren mit insgesamt 68 Kinderbetreuungsgruppen an der Aktion „TigerKids”, die bereits im vergangenen Jahr gestartet ist. Damit werden über 1000 Kinder erreicht.

Die Ziele des Projekts sind einfach und überschaubar: So sollen die Kinder mindestens eine Stunde täglich körperlich aktiv sein, mehr frisches Obst und Gemüse statt kalorienreicher Nahrungsmittel essen und mehr Wasser und ungesüßten Tee anstelle energiereicher Softdrinks und gezuckerter Getränke zu sich nehmen.

Durch eine Tiger-Handpuppe und einen Holzzug, der mit sieben Waggons die sieben Lebensmittelgruppen einer gesunden Ernährung symbolisiert, werden den Kindern diese Ziele spielerisch vermittelt. Über die Kinder sollen auch ihre Eltern erreicht werden.

Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Aktivitäten der Kitas auf diesen Bereichen bekommen diese so ergänzende Impulse zu einer kindgerechten Vermittlung gesunder Ernährung an die Hand. Mit langfristiger Wirkung, wie die Verantwortlichen hoffen. Frank Müller versichert jedenfalls ein langfristiges Engagement der AOK auf diesem Gebiet.