Kreis Heinsberg: Im Freibad herrscht gähnende Leere

Kreis Heinsberg : Im Freibad herrscht gähnende Leere

Die Schulsommerferien sind bereits in der zweiten Halbzeit. Doch nicht nur die Schüler stellen sich in diesem Jahr wieder einmal die Frage des gleichnamigen Rudi-Carell-Oldies „Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?” - So auch die Bademeister und Mitarbeiter in den Frei- und Hallenbädern sowie der Badeseen im Kreis Heinsberg.

Unsere Zeitung ging auch bei trüben und regnerischem Wetter bei Außentemperaturen von etwa 18 bis 20 Grad in einigen dieser Freizeiteinrichtungen baden und erkundigte sich nach der bisherigen Besucherbilanz und den dortigen Freizeit- und Schwimm-Angeboten.

Los ging es in Wassenberg: Das im April eröffnete Parkbad kann sich in seinem ersten Sommer über einen äußerst großen Andrang von jüngeren und älteren Badefans freuen. Gerade in den ersten Ferienwochen mit sehr bescheidenem Sommerwetter zeigte sich, dass sich die Kombibad-Variante mit größerem Hallenschwimmbereich und gleichzeitig nutzbaren kleineren Außenbecken als Erfolgskonzept beweist.

„Das Bad ist zurzeit meistens rappelvoll”, freuen sich Betriebsleiter Rene Oberhäuser und sein Team über den großen Andrang und viel Zuspruch für das im Vorfeld nicht unumstrittene neue Freizeit- und Badeparadies mit rund 10.000 m2 Liegewiese, 650 m2 Sandspielfläche sowie Street-Soccer-, Basketball- und Beach-Volleyballfeld drum herum. „Einige unserer ältesten Gäste nutzen mit Begeisterung auch unsere frühen Öffnungszeiten und stehen morgens um sechs Uhr vor der Tür”. Außerdem berichtet er, dass sie auch bei dunklerem Wetter keine Berührungsängste mit dem Außenbecken hätten. Schließlich sei es mit 30 bis 32 Grad gut temperiert und lade zudem zum Sprudelliegen ein.

Wesentlich lebendiger mögen es da die jüngeren Parkbadbesucher, die sich auf der 65 Meter langen Rutsche mit speziellen Lichteffekten vergnügen. Jedenfalls habe sich das citynahe Parkbad schon in der kurzen Startphase als eine wesentliche Verbesserung des Sport- und Freizeitangebotes für alle Generationen bei jedem Wetter erwiesen. Auch für die notwendige Stärkung vor oder nach dem Schwimmen oder für die Verkürzung der Wartezeit für Mütter und Väter, die ihre Kinder abholen, sei gesorgt: Im Bistro im Eingangsbereich kann man „mit Seeblick” Kaffee und Kuchen oder auch ein Schnitzel mit einem Bierchen genießen und verbrauchte Kalorien wieder aufstocken.

Vom neuen Parkbad in Wassenberg aus gings bei der Bädertour zu einem der Klassiker der Freibäder des Kreises Heinsberg nach Oberbruch mit markantem weißen Sprungturm. Doch die großen Liegeflächen blieben in den vergangenen Wochen häufig fast menschenleer. Am besten, man geht direkt ins Wasser. Denn im Schwimmbecken ist es derzeit mit auf 24 Grad beheiztem Wasser wesentlich wärmer als draußen.

„Doch gerade in der Sommerzeit kommen die meisten Gäste hauptsächlich, um sich auf unseren schönen Liegewiesen auch zu sonnen”, blickt eine Mitarbeiterin an der Kasse am Wochenende ziemlich traurig in den fast menschenleeren Eingangsbereich. „Es ist so schade für die Kinder, die Ferien haben und nicht verreist sind”, hofft sie, dass der Wettergott endlich ein Einsehen hat und die Sonne scheinen lässt.

Wie schon in Wassenberg gibt es auch in Oberbruch eine hartgesottene Runde von Frühaufstehern, die sich vom Wetter nicht beeindrucken lässt. Wie Bademeister Ralf Weingarten berichtet, sind es mehr als ein Dutzend wetterfeste Senioren, die fast täglich morgens schwimmen kommen. Nachmittags seien jedoch manchmal nur etwa fünf bis zehn Kinder im Bad zu sehen. Die Kosten für Personal, Energie und Unterhalt laufen munter weiter, während die Eintrittseinnahmen ausbleiben.

Immerhin hat die Stadt Hückelhoven die Möglichkeit, mit ihren Personalressourcen witterungsabhängig zu jonglieren. So öffnet der Brachelener Badesee seinen offiziellen und bewachten Badebetrieb nur bei schönem Wetter. „In diesem Jahr hatten wir gerademal an sieben Tagen geöffnet”, bilanziert Bademeister Theo Slighers, dass lediglich am sonnigen Pfingstwochenende mit mehreren tausend Besuchern Hochbetrieb herrschte. „Ich bin auch lieber draußen als drinnen”, sagt er. Bis auf weiteres ist er mit seinem Team jedoch „drinnen”, womit er das Freizeitbad in der City meint, wo alles getan werde, um auch bei schlechtem Wetter ein abwechslungsreiches Badevergnügen zu bieten. „Wir haben unsere Öffnungszeiten deutlich erweitert und bieten zusätzliche Spiel- und Spaßangebote für Kinder und Jugendliche an”, freut sich Slighers, dass sich auch „drinnen” alle wohl fühlen. Die Besucherzahlen belegen es.

Wie in den von uns besuchten Schwimmdomizilen hoffen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stadtbad Erkelenz und am Effelder Waldsee sowie in allen anderen Bädern im Kreis Heinsberg, dass sich der Sommer doch baldmöglichst wieder zurückmeldet und insbesondere den Schulkindern noch einige sonnige Ferientage beschert.