Hückelhoven: Im Flammenmeer bis an Belastungsgrenze

Hückelhoven : Im Flammenmeer bis an Belastungsgrenze

Von außen lässt sich nicht allzu viel erkennen: Wasserdampf steigt in rauen Mengen in die Lüfte, ein beständiges Rinnsal aus Löschwasser sucht sich plätschernd seinen Weg in den Untergrund.

Aber im Inneren der Brandsimulationsanlage hinter der Feuerwache ist sozusagen die Hölle los. Temperaturen zwischen 200 und 500 Grad herrschen dort, Flammen allenthalben, nicht-toxischer Heißrauch versperrt die klare Sicht. Bei aller Realitätsnähe handelt es sich letztlich doch „nur” um eine Übung.

Die allerdings hat es in sich, wie die 50 beteiligten Atemschutzgeräteträger aus allen Löschgruppen der Stadt Hückelhoven nach erfolgtem Einsatz erschöpft bestätigen können. Mit dem mobilen Brandsimulator - ein auf einen Sattelzug montierter Spezialaufbau - ging am Montag und Dienstag der lang ersehnte Wunsch der Feuerwehrführung in Erfüllung, den Übungsbetrieb vor Ort praxisnah und abwechslungsreicher zu gestalten.

Zum ersten Mal wurde die zirka 37 Tonnen schwere und mit feuerfesten Promat-Platten ausgekleidete Konstruktion einer Firma aus Sachsen im Kreis Heinsberg eingesetzt. 2000 Euro betrugen die Mietkosten.

Unter der Leitung der beiden Stadtbrandinspektoren Frank Just und Jörg Brand stoßen die Ausbilder Thorsten Eckardt, Norbert Cohnen, Marc Brücher und Andre Rolfs mit ihren Trupps immer wieder in die 42 Quadratmeter fassende Flammenhölle vor. Auch Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper und Bürgermeister Bernd Jansen riskieren aus sicherer Entfernung einen Blick.

Jörg Stahl, hauptberuflicher „Brandstifter”, überwacht derweil im Leitstand der gasbefeuerten und rechnergesteuerten Anlage die Trainierenden, vor sich blinkende Knöpfe mit Aufschriften wie Feuer, Rauch, Effekt oder Pause. Nur eine hochstabile Scheibe, die fortwährend beschlägt, trennt ihn vom hitzigen Geschehen ein paar Meter weiter. Höchste Konzentration ist angesagt. Höchste Sicherheit wiederum gewährleisten Gasmess-Sensoren, Temperaturüberwachung und ein Not-Aus-Taster.

Das Szenario im Simulator sieht wie folgt aus: Über einen Dacheinstieg gelangen die Einsatzkräfte in den Container und sehen sich sofort mit einem Treppenhausbrand konfrontiert. Sobald dieser unter Kontrolle ist, müssen die Spezialisten zwei brennende Gasflaschen löschen - die Nachahmung eines Werkstattbrandes.

Ein so genanntes „Flash Over” - das explosionsartige Durchzünden entstandener Rauchgase - erwartet sie beim Öffnen einer Wohnungstüre. Dahinter steht eine Küche samt Friteuse in Flammen.

Einsatzziel erreicht: Auf ebenso drastische wie lehrreiche Weise lernten die Brandbekämpfer die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit kennen.