Kreis Heinsberg: „Ich suche Du” beim Kunstverein

Kreis Heinsberg : „Ich suche Du” beim Kunstverein

Die Ausstellung „Ich suche Du” mit Malerei von Volker Hermes wird am kommenden Sonntag, 13. Januar, um 11.30 Uhr beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch (Horster Hof) im Beisein des Künstlers in Verbindung mit dem Neujahrsempfang eröffnet.

Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf beschäftigte sich der gebürtige Wegberger Volker Hermes zunächst ausschließlich mit der Darstellung alltäglicher Objekte. Vor ungefähr einem Jahr ging er dazu über, figurative Werke zu malen. Mit seinen aktuellen Arbeiten tastet er sich an das Thema Figur beziehungsweise Porträt heran.

Gemälde alter Meister brachten Hermes dazu, sich mit Porträts zu beschäftigen. Mit Hilfe des Computers montierte er Eigenporträts in Kunstwerke von Dürer, Velazquez oder auch Rembrandt. In einem nächsten Schritt begann er, einzelne Figuren aus bekannten Gemälden nachzumalen beziehungsweise sie als Umrisszeichnungen wiederzugeben, wobei er manchmal auch Personen aus verschiedenen Gemälden miteinander kombinierte.

In seinen neuesten Arbeiten „porträtiert” der in Düsseldorf lebende und arbeitende Künstler seine Freunde; und auch dabei lassen sich immer wieder Zitate bekannter Meisterwerke finden. Traditionell hatten die alten Meister die Absicht, in einem Porträt sowohl die körperliche Ähnlichkeit als auch das Wesen der dargestellten Person zum Ausdruck zu bringen. Auf das erste Anliegen verzichtet Hermes in seinen Werken bewusst mit dem Entschluss, die Gesichter der Porträtierten mit verschiedenen Bedeckungen wie Helmen oder Tüchern zu verhüllen.

Bei anderen Porträts stülpt er monströse Köpfe von Maskottchenfiguren über die Gesichter, wie sie unter anderem bei Sportveranstaltungen zu sehen sind. Obwohl die Gesichter der Dargestellten niemals sichtbar sind, sind die Gemälde für Hermes dennoch Porträts, da er mit ihnen Aussagen über die Personen treffe: Durch ihre Kleidung und ihnen zugewiesene Attribute können sie charakterisiert und von ihnen nahestehenden Menschen auch identifiziert werden.

Hermes erzeugt ein spannungsreiches Wechselspiel zwischen dem Darstellen und dem Verhüllen. Der Betrachter soll zwar irritiert werden, aber es geht dem Künstler nicht darum zu verschleiern oder zu mystifizieren. Deshalb benennt er die Gemälde immer nach dem Vornamen der abgebildeten Person, häufig ergänzt um einen Nachnamen, der sich auf das Bildzitat bezieht, so dass die Bildquellen nicht erst erraten werden müssen.

Seine sehr farbintensiven Gemälde malt Hermes alle auf Nessel, einer sehr groben Baumwollleinwand. Diese grundiert er nicht, so dass der Untergrund sehr saugfähig ist und viel Farbe in sich aufnimmt. Stofflichkeit und Eigenfarbe der Leinwand sind für Hermes sehr wichtig, weshalb er sie bewusst in seine Arbeiten mit einbezieht. Er benutzt sehr stark verdünnte Acrylfarben, wodurch malerische Effekte und Verläufe wie bei Aquarellen entstehen. Die Farben entfalten auf dem Stoff ein Eigenleben, das die Bilder sehr lebendig wirken lässt. Hinzu kommt, dass Hermes seine Bilder immer in einem Zug malt und er keine Veränderungen mehr vornimmt. Auf diese Weise erhalten die Arbeiten den beabsichtigten spontanen Charakter.