Kreis Heinsberg: HS-Kennzeichen prägt noch das Straßenbild

Kreis Heinsberg : HS-Kennzeichen prägt noch das Straßenbild

Bei der Fahrt durch das Blumenviertel in Geilenkirchen fallen dem Betrachter in den Einfahrten viele Kennzeichen auf, die mit einem GK beschriftet sind.

Nach anfänglichem Zögern hatte sich der Kreis Heinsberg 2013 für die Ausgabe der früheren Kennzeichen der Kreise Erkelenz und Geilenkirchen ausgesprochen. Am 2. September 2013 nahmen die ersten Autohalter ihre „Alt-Kennzeichen“ in Empfang, und seitdem sind ERK und GK überall präsent.

Doch offensichtlich nahmen die Bürger anfänglich das Angebot nur zögerlich an. Zwei Monate nach Einführung der Kennzeichen waren es gerade einmal 1761 ERK- und 1107 GK-Fahrzeuge, die sich auf den Straßen bewegten.

Zwischenzeitlich, nach nunmehr zehn Monaten hat das Straßenverkehrsamt mit Stichtag 30. Juni 2014 immerhin schon 5022 ERK- und 3491 GK-Kennzeichen ausgegeben.

Von Monat zu Monat mehr

Stellt man diese 8513 der Zahl von insgesamt 193 949 im Kreis zugelassenen Fahrzeugen gegenüber, dominiert immer noch das HS im Straßenbild. Doch die Zahl derer, die sich für ERK und GK als äußeres Zeichen der Verbundenheit mit ihrer Heimatkommune entscheiden, steigt von Monat zu Monat. Weniger bei Ummeldungen als bei den Neuzulassungen. Das liegt sicherlich auch daran, dass für Ummeldungen 30 Euro plus 10,20 Euro für die Wunschbuchstabenkombination plus Kosten für das Kennzeichen (differiert zwischen 20 und 30 Euro) fällig werden. Diese Kosten können sich Autobesitzer bis zur nächsten Zulassung sparen.

Frühzeitig umgemeldet

Horst-Eberhard Hoffmann hat sein Auto frühzeitig umgemeldet. Ja es stehen sogar zwei GK-Fahrzeuge in der Garage, denn auch Ehefrau Karin Hoffmann war das GK lieber als HS. Die Hoffmanns wohnen im besagten Blumenviertel, in dem sich ein GK an das andere reiht. „Als ich von der Einführung der Alt-Kennzeichen Kenntnis erhielt, aber Widerstand vom Kreis kam, erwachte mein Ehrgeiz, das Ziel weiter zu verfolgen“, erzählt der pensionierte Soldat. Der Druck auf den Kreis sei dann so stark geworden, dass dieser umschwenkte. „Dann haben wir unsere Fahrzeuge direkt umgemeldet“, so Hoffmann.

Zudem habe er die Einführung der GK-Kennzeichen als gute Stadtmarketing-Maßnahme gesehen, die Kommune über den Kreis Heinsberg hinaus noch weiter bekannt zu machen. Während seiner Zeit als Berufssoldat habe er fast ein Dutzend mal seinen Wohnsitz gewechselt, aber in Geilenkirchen sei das Ehepaar Hoffmann sesshaft geworden. „Heimat ist da, wo man sich wohl fühlt — und für uns ist das Geilenkirchen“, nennt er einen weiteren Grund für das GK auf den beiden Hoffmann-Autos.

Gabriele Löckenhoff spaziert in diesem Moment vorbei und erzählt, dass auch ihr Auto nun ein GK Kennzeichen ziert. „Das habe ich zum Geburtstag von meinem Sohn geschenkt bekommen“, sagt sie. Als gebürtige Geilenkirchenerin habe sie sich sehr darüber gefreut.

Weniger eine Geschenkidee, sondern vielmehr ein Gelegenheitsgriff war das Aufbringen des ERK-Kennzeichens für Thomas Heinze. „Ich habe vor drei Monaten die Möglichkeit der Ummeldung nach einem Halterwechsel genutzt“, nennt der 31-Jährige den Grund für sein neues ERK-Kennzeichen. „Ein bisschen Lokalpatriotismus darf doch sicherlich sein“, schmunzelt der Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Immerhin sei er in Erkelenz geboren und aufgewachsen. So mag jeder der 8513 neuen „Alt-Kennzeichen“-Besitzer seinen ganz persönlichen Grund für sein ERK oder GK haben...

(g.s.)