Hückelhoven-Baal: Hotel mit Stern: Grundschule Dremmen bastelt Insektenhaus

Hückelhoven-Baal : Hotel mit Stern: Grundschule Dremmen bastelt Insektenhaus

Die Klassen 4a und 4b der Marien-Grundschule Dremmen haben im Kreis der aktiven Arbeitsgemeinschaft Vogel-AG erkannt: Naturschutz tut Not!

Diese wissbegierigen Jungen und Mädchen hatte die Hermes-Logistik-Gruppe-Deutschland zur Hauptumschlagbasis (HUB) in Baal eingeladen. Im Rahmen des Klima- und Umweltschutzprogramms, das von dem Unternehmen 2010 ins Leben gerufen wurde, durften sie am Bau eines Insektenhotels an der Südseite des Unternehmens mitwirken. Andreas Schuchardt und Assistentin Stefanie van Eck von Hermes Logistik begleiteten die Aktion mit entsprechenden Informationen.

Schreinermeister Sieberichs aus Hilfarth hatte aus Lärchenholz das witterungsbeständige „5 Sterne Insektenhotel” gebaut. Diplom-Agrar-Ingenieur Reiner Molz, ein ehrenamtlich Tätiger beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), gab den Kindern die entsprechenden Anweisungen für den passenden und unterschiedlichen Innenausbau. Gebannt hörten die Kinder den Ausführungen von Reiner Molz zu.

Das Hotel bietet unzähligen Insekten wie beispielsweise den Hummeln, den Wildbienen (Scheren-, Mauer-, Löcher-, Blattschneider-, Ur- oder Maskenbienen), Wespen (wie die Schlupf-. Falten- oder Wegwespe), Marienkäfer oder Ohrwürmer einen Platz für ihre Brut. So ein Insektenhaus ermöglicht zudem Beobachtungen von Insekten mancher Art, die man sonst niemals zu sehen bekommt.

Reiner Molz erklärte weiter, warum der Bau eines Insektenhotels so wichtig geworden ist: Durch menschliche Eingriffe in die Naturlandschaft - auch durch umfangreichen Pestizideinsatz im Acker- und Gartenbau sowie „aufgeräumte” Landschaften - sind viele natürliche Insektenlebensräume nur noch sehr eingeschränkt vorhanden.

Nicht nur in der freien Natur, auch in Gärten helfen viele Insekten durch Bestäubung und als kostenloser biologischer Schädlingsbekämpfer, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren.

Besonders anschaulich erfuhren die Kinder, was beim Bau und beim Standort zu beachten ist. Dies konnten sie durch praktische Umsetzung vor Ort erleben: Sonnig muss es stehen, windgeschützt, Nahrung, Wasser und Lehm in der Nähe, dann ist schon fast an alles gedacht. Bei der Ausstattung der „Hotelzimmer” sollte man möglichst viele Varianten aus Naturmaterialien anbieten, wie Baumscheiben, Äste, Holzwolle, Baumrinde, Stroh, Heu, Bambusstäbe, Reisig, Torf und Lehm.

Daneben können poröse oder durchlöcherte Backsteine oder Terrakotta-Tontöpfe verwendet werden. Um für ausreichend Nahrung zu sorgen, braucht man einen Garten oder in der Nähe viele Kräuter, Wildpflanzen und einheimische Sträucher sowie Bäume. Wenn die Jungen und Mädchen das Gelernte in die Tat umsetzten, ist den Insekten zumindest schon ein ganz klein wenig geholfen.