Kreis Düren: Hohn prangert Kreis-CDU an

Kreis Düren : Hohn prangert Kreis-CDU an

Das Verhältnis zwischen Stadt- und Kreis-CDU ist seit Jahren nicht das beste. Das ist nichts Neues. Beispielsweise schoben sich die Christdemokraten aus Rathaus und Kreishaus wechselseitig das Scheitern der Containerterminal-Pläne der Rurtalbahn nahe Arnoldsweiler in die Schuhe.

In einer der Redaktion vorliegenden Brand-E-Mail vom 31. Juli an die städtische Parteispitze verurteilt CDU-Stadtratsmitglied Rolf-Peter Hohn jetzt das Vorgehen der Kreistagsfraktion, die ehemals führenden FDP-Mitglieder Ingola Schmitz und Helmut Jansen als sachkundige Bürger in die eigenen Reihen aufzunehmen, auf das Schärfste.

Hohn spricht von absurden Winkelzügen und unerträglichen Eskapaden an der Bismarckstraße, weil zwei umstrittene Verantwortliche der FDP, die die Partei auf Kreisebene mit anderen in die Bedeutungslosigkeit manövriert hätten, nun am gedeckten Tisch der CDU säßen. „Wir haben als CDU weder Stimmen noch Mandate zu verschenken. Das sollte sich bis zum Kreishaus herumgesprochen haben“, schreibt Hohn. Er und andere CDU-Mitglieder hätten sich im Wahlkampf nicht die Füße wund gelaufen, um die FDP zu retten, schreibt Hohn und verweist auf die einschlägigen Erfahrungen mit der „CDU-feindlichen“ FDP-Fraktion im Dürener Stadtrat.

„Das ist nicht die Haltung der CDU Düren“, versucht der Stadtparteivorsitzende Thomas Floßdorf auf DZ-Anfrage die Wogen zu glätten. Floßdorf, der auch dritter stellvertretender Kreisvorsitzender ist, spricht von einer „Einzelmeinung“. Das habe er in einem Gespräch auch dem Kreisvorsitzenden Thomas Rachel deutlich gemacht. Floßdorf: „Der CDU-Stadtverband Düren wird sich in die Entscheidungen der Kreistagsfraktion nicht einmischen.“

Karl Schavier, CDU-Fraktionschef im Kreistag, verteidigt derweil das Vorgehen seiner Fraktion und weist darauf hin, dass die FDP-Landtagsabgeordnete Ingola Schmitz zwischenzeitlich auf eine Mitarbeit in der CDU-Fraktion als sachkundige Bürgerin verzichtet habe. Helmut Jansen habe sich in den vergangenen zehn Jahren als Sportausschussvorsitzender mit Leib und Seele und großem Sachverstand eingebracht, betont Schavier. Er verfüge über einen Erfahrungsschatz, den man gerne nutzzen wolle.

Auch auf die Kompetenz von Ingola Schmitz, die sich innerhalb der FDP-Landtagsfraktion um das berufsbildende Schulwesen kümmere, hätte die Kreis-CDU gerne zurückgegriffen, erklärt der Fraktionschef. Die Entscheidung der Fraktion sei einmütig ohne jede Diskussion gefallen. Überhaupt verweist Schavier darauf, dass die Kreis-CDU in den vergangenen Jahren hervorragend mit der FDP zusammengearbeitet habe. Dies habe man mit der Nominierung der Liberalen dokumentieren wollen. „Als Partei muss man auch einmal über den Tellerrand hinausblicken“, betont er.

Ob das Thema damit aus der Welt ist, darf bezweifelt werden. In seiner E-Mail weist Hohn darauf hin, er kenne schon zwei langjährige Mitglieder, die wegen der handelnden Personen im Kreishaus höchstwahrscheinlich aus der CDU austreten. Gleichzeitig kündigt er an, sich im kommenden Wahlkampf „für den Landrat keinen Millimeter von der Stelle zu bewegen. Allerdings stehe ich unserem Bürgermeister Paul Larue mit ganzer Kraft und Herzblut zur Verfügung“. Das letzte Wort dürfte damit noch nicht gefallen sein.

(ja)