Gerderhahn: Hof Noack präsentiert seine „Vierbeiner”

Gerderhahn : Hof Noack präsentiert seine „Vierbeiner”

Das Vorurteil, dass Islandpferde immer mit der Fernsehserie „Immenhof” in Verbindung gebracht und somit als Ponys beziehungsweise Kinderpferde angesehen werden, sollte mit der Veranstaltung in Gerderhahn aus dem Weg geräumt werden.

„Viele Leute wissen einfach zu wenig über diese Rasse, selbst erfahrene Reiter kennen sich nicht mit den Besonderheiten dieser Tiere aus”, erklärte Manfred Noack, der für einen „Tag der offenen Tür” seine Hofanlage bereitstellte. Wesentliche Unterschiede ergeben sich bereits in der Haltung der Pferde.

Hauptsächlich stehen sie auf der Weide, im Winter wie im Sommer, und können nach eigenem Belieben den Stall aufsuchen. Die Fellbeschaffenheit macht es möglich, dass Wasser und Schnee bei ihrem dicken langen Winterfell nicht durchdringen können.

„Diese artgerechte Haltung macht die Pferde psychisch stabiler. Außerdem sind sie so an die Geräusche der Umwelt gewöhnt und scheuen weniger”, berichtet Noack. Der Islandpferdeverein Heinsberg ermöglichte diese Veranstaltung. 25 Pferde zeigten ihr Können auf der hofeigenen Ovalbahn.

Islandpferde besitzen neben den drei üblichen Gangarten, Schritt, Trab und Galopp, noch zwei weitere, nämlich den Tölt und den Pass. Beim Tölten verweilt immer mindestens ein Huf auf dem Boden. Es gibt demnach keine Flugphase, so dass beim Reiten keine Erschütterungen auftreten. „Diese Gangart ist sehr rückenfreundlich”, so Noack. Er selbst habe damit große gesundheitliche Probleme in den Griff bekommen.

Der Pass eignet sich eher für lange gerade Strecken. Dabei setzt das Pferd die linke Vorder- und Hinterhand gleichzeitig auf. Viele Interessenten waren fasziniert von den Darbietungen, die Reiter und Pferd erbrachten. Aber auch den Kindern wurde einiges geboten. Für sie gab es viele kleine Fohlen zu sehen, die sie streicheln und füttern konnten.

Auf einer Stute durften die Kleinen auch erste Reiterfahrungen mit dieser Rasse machen. Besonders Interessierte konnten sich auch gleich ein Pferd kaufen oder direkt aus Island bestellen. „Dass Islandpferde hier bei uns eher unbekannt sind, liegt auch an ihrer Historie. In Island gab es keine Großpferdereiterei beim Militär. Man hatte andere Anforderungen an das Tier, als nur möglichst schnell und stark zu sein”, erzählte Noack.

Eine sehr interessante Arbeit demonstrierte Klaus Löhrer. Der Hufschmied aus der Eifel zeigte, wie ein Pferd richtig beschlagen wird. Der Andrang an diesem Tag war groß und die Stimmung heiter. Den Besuchern wurde einiges geboten.

„Wir haben zunächst nicht mit so vielen Interessenten gerechnet”, gibt der Gastgeber zu. „Doch es freut uns, dass so viele gekommen sind und wir die Möglichkeit hatten, die Islandpferde und unseren Verein den Menschen ein wenig näher zu bringen.”