Hoch qualifiziertes Kölner Ensemble

Hoch qualifiziertes Kölner Ensemble

Wegberg (an-h/hh) - Allgemein erwartet der Konzertbesucher beim einem Klaviertrio drei Klaviere. Bei Beethoven weit gefehlt, denn seine Besetzung lautet Klavier, Geige und Violoncello.

In dieser Formation trat das Kölner Klavier-Trio auf Einladung von OPUS 512 zunächst mit zwei Werken des vor 175 Jahren in Wien verstorbenen Rheinländers in der Kipshovener Kapelle auf.

Dem Klaviertrio B-Dur "Gassenhauer-Trio" liegt,eine "aufgeschnappte" Melodie zu Grunde, die er dann verarbeitet. Im ersten Satz überzeugte Thomas Palm am Flügel mit seinen exakten und schnellen Klavierläufen. Er gibt das Thema vor, welches dann von Joanna Sachryn, Violoncello und Walter Schreiber, Geige, ergänzt wird.

Der Satz ist von harmonischen Wechseln zwischen forto und piano geprägt. Der Adagio-Satz beginnt mit einem Streitspiel zwischen Klavier und Violoncello, bis die Geige vermittelnd eingreift.
Der dritte Satz lässt den einzelnen Instrumenten viel Variationsmöglichkeiten. Ein Klaviersolo, ein Cellosolo und ein Duo Geige und Violoncello wechseln einander ab und kommen doch immer wieder zusammen. Die Musik klingt frech, lausbübisch, einfach gassenhauerisch.

"Geistertrio"

Es folgte das Klaviertrio D-Dur, das "Geistertrio". Kraftvoll beginnt der erste Satz, in dem das Violoncello das Thema vorgibt. Huschend und schwebend streichen die Töne durch den Raum. Ein Seitenthema bringt starke Spannungen, die sich jedoch lösen. Der gespenstische Largo-Satz, dem das Werk seinen Namen verdankt, scheint unserer Welt entrückt zu sein und fahl aus anderen Regionen herüber zu leuchten.

Schwer und tragend, an das irdische Leben sich zurück erinnernd, liegt die Musik in der Luft. Die Harmonik wirkt fast impressionistisch. Im Prestofinale geht die Geisterstunde ihrem Höhepunkt. Die Musik zielt auf einen versöhnlichen Schluss hin, wobei die kräftigen Klavierläufe schnell von Geige und Violoncello ergänzt werden.

Im zweiten Teil erklang Schuberts "Forellenquintett" in der Originalbesetzung mit Klavier, Geige, Violoncello, Bratsche und Kontrabass. Der Bratschist Mile Kosi und Paul Deppe, Kontrabass, ergänzen das Trio. Der erste Satz beginnt unbeschwert und problemlos. Der Bass lässt die Fische im Bach springen, das Klavier trällert wie die Lerche, und die Streicher lassen Gras und Schilf sich im Takt wiegen.

Leicht elegisch mit einem staccato im Mittelteil klingt im zweiten Satz schwach erkennbar das Thema an. Der dritte Satz, ein Scherzo, ist gefüllt mit mitreißenden Tänzen. Und dann kam die launische Forelle. In sechs Variationen wird das Thema verarbeitet. Zunächst sind die Streicher unter sich. Sprudelnd und tanzend werden sie immer wieder von Klaviertönen unterbrochen und dann wieder begleitet. Mit dem abschließenden Allegro im fröhlichen Volkston schließt die beliebteste Kammermusik Franz Schuberts.

Mit Fritz Kreislers "Marche en miniature" verabschiedete sich ein ein hoch qualifiziertes Kölner Ensemble von seinem begeisterten Publikum.