Eschweiler: Hinter der Party steckt viel Arbeit

Eschweiler : Hinter der Party steckt viel Arbeit

Der Spaß ist genau geplant, nichts ist dem Zufall überlassen: Wenn am Wochenende in der Diskothek „Klejbor´s” im Eschweiler Gewerbegebiet die Scheinwerfer aufleuchten und die „Party abgeht”, ahnt kaum einer der Gäste, welcher Aufwand dahinter steckt. Claudia Krisch gehört zu dem kreativen Team, das mit frischen Ideen dafür sorgt, dass in der „Entertainment-Factory” keine Langeweile aufkommt.

Die 20-Jährige absolviert im zweiten Jahr eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation.

Das Unternehmen, das rund 160 Mitarbeiter beschäftigt, bildet seit sechs Jahren im Dienstleistungssektor aus. „Die Ausbildungsstandards wurden gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer erarbeitet”, stellt Marc Klejbor, der das Unternehmen 1998 gründete, klar.

Für Claudia Krisch ist es ein absoluter Traumjob, „der Zukunft hat”. Die Arbeit sei abwechslungsreich, „man trägt Verantwortung und trifft interessante Menschen”, schwärmt die angehende Kauffrau für Marketingkommunikation. Angefangen hat sie als Mitarbeiterin, damals war sie 18 Jahre alt.

„Es hat mir von Beginn an sehr gut hier gefallen. Als ich hörte, dass Klejbor´s ausbildet, habe ich mich sofort beworben”, sagt die junge Frau, die wie alle Auszubildenden - zur Auswahl stehen bei Klejbors unterschiedliche Berufe - ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen musste.

Auf Mitarbeitermotivation wird bei Klejbor´s großen Wert gelegt. Geschäftsführer Marc Klejbor setzt auf das Belohnungsprinzip, um die 160-köpfige Belegschaft immer wieder aufs Neue für die Arbeit zu begeistern. Wer etwa die Idee des Monats liefert, darf kostenlos den schicken Flitzer des Unternehmens nutzen. Auch Kurzurlaube nach Mallorca oder die Teilnahme an Fortbildungen sind Preise, die die Geschäftsleitung für leistungsorientierte Mitarbeiter auslobt.

Die Spaß-Fabrik in Eschweiler, die jährlich rund 200000 Besucher verzeichnet, ist eine der wenigen Discotheken in Deutschland, die ausbildet. Und das offensichtlich erfolgreich: „Sabine Keller, die bei uns den Beruf der Fachfrau für Systemgastronomie erlernte, wurde 2008 als IHK-Jahrgangsbeste ausgezeichnet”, berichtet Eventmanagerin Michaela Rosenbaum, die im Veranstaltungsbereich für die Arbeitsabläufe verantwortlich ist.

Die Arbeitsabläufe transparent zu machen, sie klar zu definieren und somit Qualitätsmanagement sicherzustellen: Darum geht es bei der Zertifizierung nach „ISO 9001/2008” des TÜV Rheinland, die das Unternehmen aktuell anstrebt. „Die Anforderungen, die die Zertifizierung an uns als Unternehmen stellt, sind immens, und die Umsetzung ist mit viel Aufwand verbunden”, erklärt der Geschäftsführer.

„Im vergangenen Jahr hatten wir Ausbildungsstopp, weil wir die Priorität auf die Zertifizierung gelegt haben und uns auf die neuen Auszubildenden nicht so hätten konzentrieren können, wie wir es selbst von uns fordern”, erklärt der 38-jährige Geschäftsführer.

Die Antwort des TÜV Rheinland steht noch aus, aber man ist zuversichtlich, die Anforderungen erfüllt zu haben. Die Zukunft Deutschlands sieht der Geschäftsmann klar in der Dienstleistung. „Rohstoffe sind kaum vorhanden - unser Kapital ist die Dienstleistung in Verbindung mit Bildung. Das ist es, was uns als Nation nach vorne bringt.” Im Herbst beginnt das neue Bewerbungsverfahren für weitere zwölf Auszubildende.