Hückelhoven: Hilfe ganz und gar unbürokratisch

Hückelhoven : Hilfe ganz und gar unbürokratisch

Als die Glocke um halb eins ertönt, packen die Kleinen ihre sieben Sachen zusammen: Ein harter Tag für die Ganztagsgrundschüler ist geschafft, jetzt ist erstmal Pause, Mittagessen in der neuen Mensa.

Da stellen sie sich schön auf und warten, bis sie an die Reihe kommen und ihnen das Essen auf den Teller gegeben wird. Nur Lukas und Eric sitzen schon an einem Tisch und schauen dem Ganzen ziemlich betreten, ein wenig verlegen auch, zu. Die beiden kriegen nichts zu essen. Ihre Eltern können den einen Euro, den sie für die warme Mahlzeit beisteuern müssen, nicht aufbringen.

„Wenn man wenig hat, ist der Monat am Ende sehr lang”, sagt Hückelhovens Erster Beigeordneter Helmut Holländer. „Die Zahl der Eltern, die am Monatsende kein Geld mehr für das Essen ihrer Kinder in der Offenen Ganztagsschule haben, nimmt ständig zu.” Die Stadt könnte das Geld für diese Fälle locker aus der Portokasse aufbringen: 1000 bis 1200 Euro pro Jahr müssten dafür lockergemacht werden.

„Dann würden wir allerdings den Zuschuss des Landes zum täglichen Mittagessen für die anderen Kinder verlieren”, sagt Holländer. In solchen oder ähnlichen Fällen springt der Verein „Maxis für Minis” ein. „Damit nicht gerade das schwächste Glied in der Gesellschaft, die Kinder, in solch einer Situation auf der Strecke bleiben, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, hier einzugreifen und unbürokratisch zu helfen.” Manfred Leffers sagt das. Er ist Vorsitzender des Vereins, der aus einer Elterngruppe im Kindergarten an der Danziger Straße in Ratheim hervorgegangen ist.

Der Verein setzt sich im Stadtgebiet von Hückelhoven für Kinder aus Familien ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. „Hilfe zu leisten, die direkt bei den Betroffenen ankommt, das ist uns ganz wichtig”, sagt Sandra Linges-Zimmermanns, Leffers Stellvertreterin. Deshalb treten der Verein oder seine Mitglieder auch nicht als Anlaufstelle für bedürftige Familien in Erscheinung.

„Das können und wollen wir nicht leisten”, sagt Leffers. „Wir bekommen die Adressen entweder vom Jugendamt oder von den kirchlichen Einrichtungen. Dann können wir ganz gezielt und punktuell Hilfe leisten.”Von „Direkthilfe” spricht Helmut Holländer. „Bürgerliches Engagement im besten Sinne” nennt es Ralf Schwarzenberg, Leiter des städtischen Jugendamtes. Und er ergänzt: „Da wird nicht gefragt: Kriege ich etwas zurück? Deshalb ist uns der Verein so sympathisch und deshalb unterstützen wir ihn.”

Das Geld, mit dem Maxis für Minis Hilfe leisten können, kommt hauptsächlich aus dem Verkauf von gespendeten Büchern im Internet. Das bringt rund 15 bis 20 Euro pro Woche ein. Und dann stehen an etwa 40 bis 50 Stellen im Stadtgebiet, beispielsweise in Sparkassen und Tankstellen und in Geschäften, kleine rote Spardosen: Zehn bis 15 Euro sind am Jahresende da drin. „Natürlich nehmen wir auch gerne Spenden von Sponsoren oder Vereinen, die auf einem Fest gesammelt haben”, sagt Leffers. Fragen, wie man es verwendet, stellen sich nicht: „Leider leben wir in einer Zeit, in der der bedürftige Personenkreis stark anwächst”, sagt Manfred Leffers. Und die Kinder sind immer die ersten, die dies zu spüren bekommen. Wie Lukas und Eric.