Kreis Heinsberg: Hilfe bei Katastrophe oder Unfall

Kreis Heinsberg : Hilfe bei Katastrophe oder Unfall

Die aktuelle Flüchtlingssituation stellt ein Beispiel dar für Fälle, in denen schnelle und effektive Hilfe in kürzester Zeit notwendig wird. „Der Kreis Heinsberg als oberste Ordnungsbehörde hatte im August 2015 beim Deutschen Roten Kreuz und beim Malteser Hilfsdienst die Betreuung und Unterbringung von zunächst 200 Flüchtlingen angefragt“, blickte DRK-Koordinator Hardy Hausmann zurück, „wir übernahmen.“

Zwischenzeitlich betrieb das DRK drei Unterkünfte, von denen diejenige in Geilenkirchen mindestens bis zum Ende dieses Jahres weiterläuft. Grundkenntnisse darin, wie Menschen sozial betreut und untergebracht werden, erhielten 14 Rotkreuzler bei einer zweitägigen Grundausbildung im Betreuungsdienst im DRK-Haus in Kirchhoven.

Typische Einsatz­anlässe für den Betreuungsdienst sind eine Evakuierung bei drohenden Naturkatastrophen oder vor einer Bombenentschärfung, Wohnhausbrand, Unfälle mit Beteiligung eines Busses, Zuges oder Flugzeuges oder Lebensmittelzubereitung und -ausgabe bei Großveranstaltungen. Ebenfalls darunter fallen Verpflegung und Unterbringung von Einsatzkräften.

Gruppenarbeit

Ausbilderanwärter Karsten Kukot vom DRK-Kreisverband Bonn leitete das Seminar und absolvierte seine Lehrprobe zur Erlangung der Lehrberechtigung für drei Jahre. Begleitend nahm der DRK-Landesbeauftragte für den Betreuungsdienst, Jens Pesch, teil. Theoretische Abhandlungen über Leistungen und Strukturen des Betreuungsdienstes oder die psychische Belastung im Einsatz trug Kukot bei.

Ebenso regte er die Teilnehmer, die durchschnittlich bereits seit vier bis fünf Jahren im Deutschen Roten Kreuz oder Jugendrotkreuz aktiv sind, zur Gruppenarbeit an. Dabei erarbeiteten sie die einzelnen Maßnahmen, die sie als Helfer vor Ort ergreifen würden. Die Einrichtung einer oder mehrerer Anlaufstellen an der Grenze des Gefahrenbereiches, an denen sie unverletzte Betroffene sammeln, beruhigen, informieren, mit ­Decken und Getränken versorgen sowie registrieren würden, stellten sie als ersten Schritt richtig dar.

Geeignete Räume in öffentlichen Gebäuden sind mit vier um einen Kreis angeordneten Pfeilen gekennzeichnet. Weiterführend würden sie eine Betreuungsstelle zur zeitlich begrenzten Unterbringung, medizinischen oder hygienischen Versorgung, Information, sozialen Betreuung sowie Verpflegung mit Getränken und Speisen einrichten.

Praxisnah machten sie sich mit der Ausstattung des Betreuungsanhängers vertraut. Sie bauten zudem eine Verpflegungsausgabestelle regelgerecht auf und führten am zweiten Tag zur Mittagszeit eine Essensausgabe für alle Teilnehmer durch. Transportbegleitung und verschiedene Unterbringungsarten waren weitere Themen der Grundausbildung.

Auf diese Grundausbildung baut der Fachdienstlehrgang zur Ausbildung von Betreuungshelfern im Herbst auf. An zwei Wochenenden geht es um Bedienung von Geräten, Schaffung von Betreuungsstellen oder Materialkunde. Anschließend können die Helfer in einer der Katastrophenschutzeinheiten mitarbeiten.