Heinsberg-Karken: „Herzlichkeit und Brüderlichkeit erfahren”

Heinsberg-Karken : „Herzlichkeit und Brüderlichkeit erfahren”

Eine kurze Feldandacht auf dem Karkener Sportplatz bildete den Auftakt zum großen Festzug des diesjährigen Schützenfestes im Bezirk Heinsberg des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften. 21 Bruderschaften aus dem Bezirk und die St.-Hubertus-Schützen aus Menden-Nord als Gäste nahmen daran teil.

Bezirksbundesmeister Arno Gossen begrüßte die auf dem Rasen versammelten Schützen zu einem „eindrucksvollen Bekenntnis zur schönen Heimat und zu unseren Idealen.” Damit dürfe man nicht leichtfertig umgehen, mahnte er. Es sei gerade in dieser Zeit notwendig, Traditionen hochzuhalten.

Auch eine solche Andacht sei richtig und wichtig, weil sie zeige, dass man sich nicht gleichgültig verhalte, sondern den Idealen engagiert und zielstrebig die Treue halte. „Wir alle sind Fahnenträger für eine gute Sache”, erklärte er und dankte abschließend der St.-Severini-Schützenbruderschaft Karken für die Ausrichtung des Festes.

Ökumenische Andacht

Bezirkspräses Pfarrer Ren Mertens freute sich, gemeinsam mit Diakon Peter Derichs und dem evangelischen Pfarrer Sebastian Walde erneut eine ökumenische Andacht anlässlich eines Schützenfestes halten zu können. Es sei wichtig, in Bruderschaften und Vereinen zu Werten und Idealen zu stehen und sie an kommende Generationen weiterzugeben, „dass auch sie daraus leben können”, erklärte er.

„Lass uns alle den Glauben pflegen, die Sitte leben und die Heimat für alle erfahrbar machen”, bat Walde in Anlehnung an die Ideale des Schützenwesens. Der sich anschließende Festzug wurde angeführt von der gastgebenden St.-Severini-Schützenbruderschaft, der St.-Johannes Baptist-Schützenbruderschaft Waldfeucht mit Kleinkaliber-Bezirkskönig Jürgen Windeln und der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Randerath mit Armbrust-Bezirkskönig Rainer Meyer, Bezirksprinz Carsten Rick und Bezirksschülerprinz Dominic Rick.

Als sich dann als vierte die St.-Hubertus-Schützen aus Menden-Nord auf den Weg machten, ernteten sie großen Beifall von allen auf dem Sportplatz noch auf ihren Abmarsch wartenden Bruderschaften. Mit einem großen Plakat auf einem Handwagen erinnerte Karkens Vorstandsmitglied Heinz-Willi Görtz dabei an den Unfall im Festzug der Mendener Schützen vor einem Jahr, bei dem zwei Schützenbrüder getötet wurden.

Um ihre Familien finanziell unterstützen zu können, hatten die Karkener Schützen bereits während des Heimatabends Geld gesammelt und taten dies auch, gemeinsam mit Mendener Schützenschwestern, während des Festumzuges durch die Abgabe von Erinnerungsfähnchen gegen Spenden. „Mir fehlen einfach die Worte”, erklärte Mendens Brudermeister Frank Westhoff. Man habe in Karken so viel Herzlichkeit und so viel Brüderlichkeit erfahren. „Das gibt unserem Schützenwesen wieder Sinn”, betonte er.

Größte Einzelaktion

Das Engagement der Karkener Schützen sei die größte Einzelaktion im Rahmen der Unterstützung, die man bisher erfahren habe, lobte er die Aktivitäten im Rahmen des Bezirksschützenfestes. „Das hier ist ein Traum”, pflichtete ihm seine Schützenschwester Eva Sodenkamp bei, die sich selbst in Karken in den Dienst der guten Sache gestellt hatte.

Nach dem Festzug, der viel Publikum hatte und bei dem die Freiwillige Feuerwehr die Teilnehmer mit Trinkwasser versorgte, traf sich die große Bezirks-Schützenfamilie im Festzelt zum gemütlichen Ausklang des Festes. Höhepunkt dabei war traditionell der gemeinsame Tanz aller Königspaare.