Kreis Heinsberg: Herzlicher Beifall für Novalis Quartett

Kreis Heinsberg : Herzlicher Beifall für Novalis Quartett

„Nomen est omen”: Das dritte Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Saison wurde im Atrium des Erkelenzer Cusanus-Gymnasiums gestaltet vom Novalis Quartett, das sich den Ideen seines romantischen Namensgebers verpflichtet fühlt.

Und so waren die Werke von Haydn, Ravel und Beethoven weniger spektakulär als vielmehr auf die Tiefe von Empfindungen ausgerichtet.

Das Konzert begann mit dem Streichquartett B-Dur 0p. 76 Nr. 4 von Joseph Haydn (1732-1809), dessen Beinamen „Sonnenaufgang” im anfänglichen Allegro con spirito schon andeutet, dass viel Dynamik mit im Spiel ist. Eher meditativ geht es im zweiten Satz Adagio zu, während im folgenden Menuett Volksliedhaftes anklingt. Im Finale wirbeln flott und munter die Themen durcheinander.

Maurice Ravels (1875-1937) Streichquartett F-Dur rief nicht nur bei seiner Uraufführung 1904 in Paris Widerspruch hervor; auch heute noch mag manchem Zuhörer der Zugang zu diesem schwierigen, nichtsdestoweniger aber brillant und mit viel Fantasie und Ideenreichtum durchkomponierten Werk schwerfallen. Das Novalis Quartett meisterte virtuos die eine oder andere Schwierigkeit.

Nach der Pause erklang das Streichquartett cis-Moll op. 131 von Ludwig van Beethoven (1770-1827), das alleine schon in seiner äußeren Form allerlei Besonderheiten aufweist: Sieben Sätze in ganz unterschiedlichen Längen werden übergangslos aneinander gereiht, und neben der Grundtonart cis-Moll am Anfang und Ende sind noch D-Dur, h-Moll, A-Dur, E-Dur und gis-Moll zu hören. Über den ersten Satz dieses komplexen und komplizierten Werkes urteilte Richard Wagner, er sei „das wohl Schwermütigste, was je in Tönen ausgesagt worden ist”. Besonders im vierten Satz Andante ma non troppo e molto cantabile (wobei sich der Zuhörer vielleicht fragt, ob diese Musik wirklich so sehr singbereit ist) zeigt sich die große Meisterschaft Beethovenscher Variationskunst.

Von Beethoven stammt auch ein Satz, der zu den Leitlinien des Novalis Quartetts gehört: „Musik ist eine höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.”

Jürgen und Cornelia Schwab (Violine, Karsten Dobers (Viola) und Klaus Kämper (Viloncello) wurden nach herzlichem Beifall für ihr sehr professionelles Spielen nicht ohne Zugabe entlassen: Das Andante aus Mozarts Streichquartett D-Dur beschloss mit seiner liedhaften Melodie voll von entspannter Gelassenheit ein wieder einmal gelungenes Meisterkonzert. Die Blumen waren zu Recht verdient.