Kreis Heinsberg: Herausragendes betriebliches Gesundheitsmanagement gewürdigt

Kreis Heinsberg : Herausragendes betriebliches Gesundheitsmanagement gewürdigt

Der BKK-Dachverband hat mit dem Deutschen Unternehmenspreis Gesundheit 2017 insgesamt elf Firmen ausgezeichnet. Zu ihnen gehört in der Kategorie Gesundheits- und Sozialwesen die St. Gereon Seniorendienste gGmbH aus dem Kreis Heinsberg.

Die St. Gereon Seniorendienste gGmbH zeige, wie man den Entwicklungen in der Pflegebranche gesundheitsförderlich begegnen könne. Dafür erhalte der Pflegedienst, der dem Spitzenverband des Deutschen Caritasverbandes angehöre, den Preis in ­dieser Kategorie, teilte der BKK-Dachverband mit.

„Ein Unternehmen, das sich der Pflege von Menschen verschrieben hat, fängt am besten beim eigenen Personal an. Wie dies erfolgreich und nachhaltig umgesetzt werden kann, zeigt das herausragende betriebliche Gesundheitsmanagement der St. Gereon Seniorendienste.“ Dies erklärte Siegfried Gänsler, Vorstand der Schwenninger Krankenkasse, im Namen der Jury.

Zum Unternehmen wurde ausgeführt: „253 Mitarbeiter und eine überdurchschnittliche hohe Zahl von 238 Auszubildenden arbeiten in drei Altenpflegeheimen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens. Angeboten werden voll- und teilstationäre Pflege, Tages- und Kurzzeitpflege, ambulante Pflege, außerklinische Intensivpflege sowie Beratungen für ältere Menschen. Wirtschaftlichkeit und soziales Handeln stehen dabei nicht im Widerspruch.“

Der Leitgedanke der Seniorendienste garantiere den „Kunden“ die „Pflege aus einer Hand“ und den Mitarbeitern eine große Auswahl von Beschäftigungsfeldern, die ihrem Können und Wollen entsprechen würden. Im Unternehmensleitbild stehe die physische und psychische Gesundheit der Belegschaft im Vordergrund. Über die Anbindung des Gesundheitsmanagements als Stabsstelle und den BGM-Steuerkreis an den verschiedenen Standorten sei der Weg zu einem nachhaltigen Gesundheitsmanagement im Unternehmen geebnet worden.

Die Unternehmenskultur stehe auf drei Säulen:

Mitunternehmertum: Täglich finden Informationsgespräche statt, um den gleichen Informationsstand aller Mitarbeiter zu sichern.

WollSoKö (Wollen-Sollen-Können): Die Aufgabe der Führungskräfte ist, darauf zu achten, dass sich die Motivation des Mitarbeiters in dem wiederfindet, was er leisten kann und was er leisten soll. Mögliche Änderungen des Arbeitsbereiches oder der Dienstzeiten sollen eine Über-, aber auch eine Unterforderung verhindern.

K-R-K-Modell (Kompetenz-Ressourcen-Kompensations-Modell): Gefördert werden soll die Eigenverantwortung jedes Mitarbeiters, indem die Kompetenzen, auch die nebenfachlichen, in einem immer fortlaufenden Verbesserungsprozess in die „lernende Organisation“ St. Gereon Seniorendienste gGmbH eingebracht werden.

Mit seinem umfassenden Gesundheitskonzept unterstreiche das Unternehmen seine in dieser Branche nicht selbstverständliche mitarbeiterorientierte Gesund-heitsstrategie, heißt es anerkennend weiter. Dabei würden verschiedene Themenfelder berücksichtigt: Betriebliche Gesundheitsförderung, Bewusstseins- und Einstellungswandel, Qualifikations- und Kompetenzentwicklung, Laufbahngestaltung, Arbeitszeitgestaltung und Arbeitsorganisation sowie Work-Life-Balance.

Für die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten schütte der Betrieb einen jährlichen Zuschuss pro Mitarbeiter von 120 Euro aus und lobe drei zusätzliche Urlaubstage aus. Dienstvereinbarungen regelten die Zusammenarbeit. Zudem widme sich das Unternehmen mit dem Verbundprojekt „Pflege-Prävention 4.0“ dem zukunftsträchtigen Bereich der Pflege. Zentraler Projektgegenstand sei die Erforschung von präventiven Maßnahmen für eine sichere und gesunde Arbeit in der Altenpflege von heute und von morgen.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Flächendeckend und regelmäßig würden die Gesundheitsrisiken und -ressourcen in der Altenpflege analysiert und durch externe Mitarbeiterberatungen in allen Lebenslagen, auch bei psychischen Belastungen, erweitert.

Persönliche Ansprechpartner, die bei Finanzierungsfragen helfen und Dienstleistungsangebote vermitteln würden, stünden nicht nur den Klienten, sondern auch den Beschäftigten helfend zur Seite. Das Unternehmen kooperiere da mit der regionalen Caritas. Fehlzeiten und Fluktuation hätten deutlich reduziert werden können. Alle Mitarbeiteranträge zur Arbeitsflexibilität hätten bislang erfüllt werden können. Dies habe letztlich auch zu einer hohen Zufriedenheit der Belegschaft geführt, wird im Zusammenhang mit der Preisvergabe festgestellt.