Heinsberg-Hülhoven: Hensges‘ erster humorvoller Liebesroman

Heinsberg-Hülhoven : Hensges‘ erster humorvoller Liebesroman

Martina wird bald vierzig und sehnt sich nach einer neuen Beziehung. Als Kandidat kommt ihr Zahnarzt durchaus in Frage. Als sich dann noch der Ex wieder aus Bali zurückmeldet und die Hippie-Mutter zunehmend zu nerven beginnt, flieht sie in das Ferienhaus einer Freundin in der Eifel.

Dort lernt sie — wie sollte es anders sein — einen weiteren potenziellen zukünftigen Gatten kennen. Ein alleinerziehender Comiczeichner mit Hang zu albernen T-Shirts. Wer am Ende wen bekommt, weiß man knapp 190 Seiten später.

Die Geschichte auf dem Weg zum Happy End ist auf jeden Fall unterhaltsam, denn das E-Book „Ein Herz aus Marmelade“ spielt seit Wochen in zwei Kategorien auf den vordersten Plätzen beim Online-Händler Amazon mit und schaffte es bereits unter die Top 100 aller verkauften E-Books.

Erdacht und aufgeschrieben wurde die Geschichte um Martinas Liebesmühen von Heidi Hensges aus dem beschaulichen Hülhoven. Den Literaturfreunden aus der Region ist die 55-Jährige längst ein Begriff. Neu hingegen ist das Genre des humorvollen Liebesromans. Denn bislang waren die Geschichten der Autorin oft eher auf der dunklen Seite des Lebens angesiedelt.

In der Selfkant-Reihe, einer bisher drei Bücher umfassenden Kurzkrimi-Anthologie aus der Region, erzählte sie oft tragische Geschichten. Doch schon in ihrem Band „Home Office“ und der Kurzgeschichtensammlung „Hallo Rosi“, die sie zusammen mit der Schreibgruppe Texterados herausbrachte, dominierte der Humor.

„Etwas Neues wagen“

Warum jetzt eine Liebesgeschichte? „Ich wollte etwas Neues ausprobieren“, sagt Hensges. „Und ich wollte sehen, ob ich das auch kann.“ Anscheinend kann sie es. Denn „Ein Herz aus Marmelade“ kommt bei den Leserinnen an.

Und das, obwohl die gelernte Buchhändlerin und Schriftsetzerin einräumt, selbst nicht viele Liebesromane gelesen zu haben. Ihren Debütroman hat sie ohne Verlag in Eigenregie herausgegeben. Anfangs sollte es nur ein E-Book sein, doch die Nachfrage war so groß, dass nun auch eine Druckausgabe des Buches vorliegt.

In „Ein Herz aus Marmelade“ geht es aber nicht durchweg kitschig zu. Vielmehr spielen auch Melancholie und die kritische Auseinandersetzung der Protagonistin mit sich selbst eine Rolle. Mit dieser Mischung trifft Heidi Hensges den Nerv der Leserinnen. „Der Erfolg hat mich selbst überrascht“, sagt die Wahl-Heinsbergerin, die vor einigen Jahren der Liebe wegen ins Rheinland gekommen ist.

Denn beworben hatte sie ihre Geschichte hauptsächlich in den sozialen Netzwerken und Bücherportalen. Trotzdem sprach sich schnell herum, dass „Ein Herz aus Marmelade“ ein Buch ist, das es zu lesen lohnt. Mittlerweile erhält sie auch Anfragen von Literaturagenten, die ein gutes Geschäft wittern. Doch da will sie sich noch nicht festlegen. Zuerst einmal muss sie ihren Erfolg verdauen und sich auf die ersten Lesungen über Martinas Suche nach der Liebe vorbereiten.