Städteregion: Helmut Etschenberg und Marcel Philipp tauschen sich mit Landwirten aus

Städteregion : Helmut Etschenberg und Marcel Philipp tauschen sich mit Landwirten aus

Das Miteinander von Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft, der aktuelle Stand zur Wildschweinepest und die neue Düngeverordnung standen jetzt im Mittelpunkt eines Treffen mit Vertretern der Landwirtschaft, zu dem Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp eingeladen hatten.

Außerdem gab es Informationen zum künftigen Aachener Landschaftsplan sowie zur Förderung der Artenvielfalt durch die Landwirtschaft.

„Dass miteinander und nicht übereinander geredet wird, macht dieses Gespräch so wichtig und für uns zu einer wertvollen Tradition“, betonte Etschenberg. Ein gutes Miteinander von Landwirtschaft und Dorfgemeinschaft sei förderlich für die Pflege der Kulturlandschaft und die Schaffung von Naherholungsgebieten. Es sollten aber auch Tourismusangebote und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger geschaffen werden, betonte der Städteregionsrat.

Die Landwirtschaft beteilige sich so zum einen aktiv am Dorfleben, zum anderen profitiere das Dorf von Angeboten der Landwirte. Hierzu zählten beispielsweise „Übernachten auf dem Bauernhof“, ein kleiner Streichelzoo oder Hof-Cafés. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zeige die Bedeutung solcher Angebote sowohl für die Landwirtschaft und ihre Produkte als auch für das Leben innerhalb der Dorfgemeinschaft.

Der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Peter Heyde, erklärte bei dem Treffen, dass die Region derzeit als tierseuchenfrei gelte. Jedoch verlange die immer näher rückende afrikanische Schweinepest auch regionale Vorkehrungsmaßnahmen. „Früherkennung ist wichtig, denn ein Ausbruch würde wirtschaftlich enorme Schäden für die Landwirtschaft bedeuten“, warnte Heyde.

Die schon in der Tschechischen Republik angekommene Seuche wird, so der Amsleiter, vor allem durch den Reiseverkehr weitergetragen. „Die Verbreitung erfolgt meist durch ‚Wurstbrote‘ mit kontaminiertem Fleisch, die achtlos an Raststätten entsorgt und dort von Tieren gefressen werden.“ Da es für Wildschweine noch keine Impfung gebe, sei die einzig mögliche Präventionsmaßnahme die Ausdünnung der sehr hohen Wildschweinbestände in Deutschland.

Auch die Landwirte klagen über Schäden auf Äckern durch Wildschweine, so dass sie die jetzt erfolgte Aufhebung der Schonfrist bei dem Treffen im Haus der Städteregion einhellig begrüßten.

Der Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen, Elmar Wiezorek, berichtete derweil über das Thema „Biodiversität“. Die damit gemeinte Artenvielfalt, insbesondere ihre Erhaltung, werde in besonderem Maße durch die Landwirtschaft getragen. Das soll laut Wiezorek durch die Intensivierung des Vertragsnaturschutzes oder weitere Ausgleichsmaßnahmen weiter ausgebaut werden. In Kürze sollen zudem ungenutzte Wegparzellen aus städtischem Eigentum bepflanzt und somit zur Heimat für verschiedene Pflanzen- und Tierarten werden. „Hier bewährt sich die enge Zusammenarbeit von Stadt und Landwirten“, erklärte der Fachbereichsleiter.

Die Landwirte lobten das faire Miteinander. Der direkte Austausch gestalte sich seit Jahren unkompliziert. Und Oberbürgermeister Marcel Philipp resümierte, „dass dieser persönliche Austausch ein wichtiges Arbeitsmittel darstellt und ich auf diese Art und Weise auch immer wieder Neues über die Sichtweisen der Landwirtschaft erfahre“.