Hückelhoven: Heitere Töne bei Kaffee und Kuchen

Hückelhoven : Heitere Töne bei Kaffee und Kuchen

Wenn sie die Bühne erobern, dann stets galant und vollkommen „ladylike”.

Das siebenköpfige Ensemble kann es sich aber auch erlauben, denn nicht umsonst nennt es sich „Die Madämchen”.

Wer sie sieht, fühlt sich nicht nur optisch in die goldenen 20er zurückversetzt, sondern vor allem musikalisch. Die Damen wollen keinesfalls an eine längst vergangene Zeit erinnern. Weit gefehlt. Sie lassen sie wieder aufleben.

Anlässlich des Stadtmusikfestes gastierte das Kölner Salonorchester am Sonntag im Foyer der Aula. Nach Hückelhoven geholt hatten es die Kammermusikfreunde „con brio”.

„Der große Andrang im Vorfeld hat gezeigt, dass wir mit unserem Engagement voll ins Schwarze getroffen haben", freute sich con-brio-Vorsitzende Dr. Eva-Maria Seidel über das intensive Interesse an der vergnüglichen Veranstaltung.

Die Madämchen spannen den Bogen weit: Foxtrott, Slowfox, Tango, Ragtime, Rumba und Charleston gehören zu ihrem „immer-grünen” Repertoire. Hinzu kommen bekannte Operetten-Melodien, Tonfilm-Schlager, Wiener Walzer und sogar der Boogie-Woogie.

„Sie haben Geschmack”, so Orchester-Gründerin Dorota Lesch zur Entscheidung des Publikum, den Nachmittag mit dem talentierten Ensemble zu verbringen.

Gemütlichkeit war obersten Gebot: Bei Kaffee und Kuchen lauschten die Besucher den meist lebhaft und voller Schwung intonierten Darbietungen mit Ohrwurmqualität.

Wie alt die Damen wohl sind, mag sich vielleicht so mancher gefragt haben.Darüber spricht man eigentlich nicht, aber für ihr Publikum machte Orchester-Leiterin Lesch eine Ausnahme: „Zusammen sind wir 239 Jahre alt", verriet sie gerade heraus.

Vom Titel für Frisch- und Dauerverliebte, „Besame Mucho”, über das locker-leichte „Wiener Praterleben" bis hin zur Aufsehen erregenden „Tiger-Jagd” - die Madämchen wissen ihr Publikum zu unterhalten. Erlegt werden - wenigstens im akustischen Sinne - konnte das gefährliche Raubtier jedoch nicht.

Der Grund: Die Pistole von Lesch streikte. Das galt glücklicherweise nicht für Autohupe und Trillerpfeife - neben der Geige ihre beiden wichtigsten Instrumente.

„Applaus ist das Brot des Künstlers, und wir haben heute Mittag extra nicht gegessen.” Dieses Winks mit dem Zaunpfahl hätte es im Grunde nicht bedurft. Auch so bemaß die Gästeschar ihren Beifall nicht zu knapp.

Eine nette Überraschung gab´s für ein Geburtstagskind unter den Zuschauern: Zuerst ein Ständchen, dann die aktuellen Lieder der Künstlerinnen auf CD gepresst.