Heinsberg: Heinsberg wird für Buchhändler Gollenstede zum „Glücksfall”

Heinsberg : Heinsberg wird für Buchhändler Gollenstede zum „Glücksfall”

Gehofft hatte er es immer, doch dass Heinsberg ein „wahrer Glücksfall” für ihn werden würde, zeichnete sich vor knapp 25 Jahren noch nicht ab. Damals, am 1. Oktober 1985, eröffnete Reiner Gollenstede dort, wo heute das Handelshaus Heinrichs seine Waren anbietet, seine erste Buchhandlung in der Kreisstadt.

Und jetzt, beinahe ein Vierteljahrhundert später, kehrt er quasi zu seinen Wurzeln zurück. Denn am 1. Oktober wird die Buchhandlung, die auch Service-Partner unserer Zeitung ist, gleich nebenan, in dem Haus, wo bis vor kurzem noch der „dm-Markt” an der Hochstraße 127 sein Domizil hatte, wieder einziehen.

„Als ich vor 25 Jahren in Heinsberg anfing, wurde ich gleich mit dem Credo konfrontiert, in Heinsberg könne keine Buchhandlung bestehen, da die Heinsberger nicht lesen.” Der Bayer Bernd Renz, der fünf Jahre zuvor mit seiner Buchhandlung in der Stadt gescheitert war, hatte dies seinerzeit als Begründung gegenüber der Heinsberger Volkszeitung geäußert.

Dass der rührige Buchhändler mit seinem Stiefsohn Marcus Mesche und der langjährigen Mitarbeiterin Josefa Hoffmann mittlerweile vier Geschäfte in Heinsberg betreibt, konnte damals wohl niemand ahnen. Das Vorurteil gegenüber der Bevölkerung bestätigte sich nicht: „Wenn die Menschen richtig angesprochen werden, sind sie sogar begeisterte Nutzer von Literatur unterschiedlichster Art.” Zum Erfolgsrezept gehöre schließlich auch, „dass wir ein Netz zu den Schulen, allen kulturellen Einrichtungen und der Verwaltung gewoben haben”.

Die Räumlichkeiten an der Hochstraße 62, in denen Gollenstede 2001 seine Zelte aufgeschlagen hatte, stießen durch die kulturellen Veranstaltungen, die der Buchhändler seit Jahren mit großem Engagement initiiert, und nicht zuletzt die Einrichtung der Service-Agentur des Zeitungsverlages Aachen bald an ihre Grenzen.

Da traf sich der eher zufällige Kontakt zu seiner zukünftigen Vermieterin vorzüglich. „Ich war immer auf der Suche nach englischen Büchern, so kam man natürlich ins Gespräch”, erzählt Vera Keuler. Das Ergebnis: Die Geschäftsräume werden sich nun von 160 m2 auf 310m2 nahezu verdoppeln. Es werde eine „nicht subventionierte kulturelle Einrichtung” entstehen, wie er es sich stets gewünscht habe, meint Gollenstede.

Neben einem Bereich für besonders edle Literatur und Kunstbüchern, einer Kinderbuchabteilung mit dem Namen „Villa Kunterbunt” und „typisch männlichen Angeboten” für Technikbegeisterte oder „typisch weiblichen” wie Wellnessthemen, werde auch der Sachbuchbereich ausgeweitet. Ein besonderer Clou dürfte das kleine Café sein, in dem Zeitungen gelesen und in Büchern geschmökert werden darf.