Heinsberg: Heinsberg trauert um Franz-Josef Florack

Heinsberg : Heinsberg trauert um Franz-Josef Florack

Im Alter von 83 Jahren verstarb am Donnerstagmittag Franz-Josef Florack, der Seniorchef der Florack-Bauunternehmung in Heinsberg.

Mit ihm verliert auch die Kreisstadt einen Bürger, der seine Liebe zu seiner Heimatstadt immer wieder und in vielfältiger Weise zum Ausdruck brachte.

Am 14. April 1921 geboren, setzte er nach Abitur am Kreisgymnasium und dem Studium des Bauingenieurwesens an der Staatlichen Baugewerksschule Aachen mit der Leitung der Florack Bauunternehmung die Familientradition in der dritten Generation fort. Der Krieg führte ihn als Soldat nach Masuren in Ostpreußen, ins russische Leningrad und nach Narvik in Norwegen.

Nach seiner Heimkehr galt seine ganze Kraft dem erfolgreichen Auf- und Ausbau der Florack-Bauunternehmung, und damit fast untrennbar verbunden dem Wiederaufbau der zerstörten Stadt Heinsberg. Mit dem „Alten Amtsgericht” dem bereits nicht mehr existenten Bahnhof, dem Krankenhaus, dem Rathaus, der Stadthalle, Schulen und Geschäftshäusers, aber auch großen Teilen des Glanzstoffwerkes in Oberbruch sowie in neuer Zeit dem AWO-Seniorenzentrum an der Siemensstraße setzte er als Bauunternehmer Akzente.

Erschließungen im Stadtgebiet, Kanäle und Straßen - auch daran war er durch seine langjährige Tätigkeit im Stadtrat, im Kreistag, als Mitglied des Landschaftsverbandes sowie des Bezirksplanungsrates beteiligt. Er war stolz darauf, an der politischen Entscheidung mitgewirkt zu haben, dass Heinsberg Kreisstadt wurde.

Das letzte Fest

Bei allem Engagement konnte Franz-Josef Florack aber auch stets Platz machen, wenn es der Zukunft diente. So verließ er zu Gunsten der Stadtkernsanierung sein ursprünglich an der Apfelstraße angesiedeltes Elternhaus nebst Betrieb. Im Klevchen baute er ein neues Wohnhaus für seine Frau Helmi, mit der er noch am 12. Mai diesen Jahres im Familienkreis die goldene Hochzeit feierte. Leider sein letztes Fest.

Im neuen Heinsberger Industriegebiet siedelte Franz-Josef Florack 1975/1976 den Betrieb neu an. Seinen Söhnen zu Liebe legte er nach deren Ingenieurausbildung alle politischen Ämter nieder und 1987 auch die Geschäftsführung der Florack Bauunternehmung. Doch untätig war er eigentlich nie.

Franz-Josef Florack, insbesondere im Vereinsleben weitaus besser noch als „Floracks Männ” bekannt, war ein Vereinsmensch und Förderer durch und durch. Zehn Jahre lang stellte er als Präsident des HKV entscheidende Weichen in Sachen Karneval und blieb den Karnevalisten als Ehrenpräsident stets verbunden. Eine echte Leidenschaft war die „Prinzengarde” des HKV.

Die Heinsberger Schützen repräsentierte er als Schützenkönig. Als Vorsitzender des AWO-Fördervereins brachte er sich auch im sozialen Bereich ein und war nicht selten Motor vielfältiger Aktivitäten. Dass der Selfkantdom eine neue Kirchturmspitze hat, auch daran wirkte Franz-Josef Florack maßgeblich mit.

Sein Engagement, insbesondere im kommunalpolitischen Bereich, fand mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes öffentliche Anerkennung.

Mit seiner Frau Helmi, seinen vier Kindern, Schwiegerkindern und zehn Enkelkindern trauern viele Weggefährten, Freunde sowie Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter der Bauunternehmung, die Franz-Josef Florack vermissen werden. Die Beerdigung ist am Mittwoch, 2. Juni, 14 Uhr, auf dem städtischen Friedhof in Heinsberg an der Geilenkirchener Straße.