Kreis-Heinsberg: „Heinsberg-Taler“ ist die Tauschwährung

Kreis-Heinsberg : „Heinsberg-Taler“ ist die Tauschwährung

Wenn der „Heinsberg-Taler“ ins Spiel kommt, dann wissen viele Menschen, es ist vom Heinsberger Tauschring (HTR) die Rede. Der HTR ist ein Projekt des Selbsthilfe- und Freiwilligen-Zentrum im Kreis Heinsberg (SFZ). Begonnen hatte das Projekt im Oktober 2010 im SFZ in der Kreisstadt an der Hochstraße.

Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens hatte nun das Projektteam mit Waltraud Günther, Gail Oidtmann, Maria Mehler, Kläre Kuznik, Hedi Cronert, Karl Beckers und Herman Josef Horrichs zu einem Tag der offenen Tür zur Feier des runden Geburtstags eingeladen.

„Jetzt ist das was geworden“, zitierte Waltraud Günther bei ihrer Rückschau den Ausspruch von zwei Interessenten, die vor fünf Jahren schon einmal Interesse an der Teilnahme gezeigt hätten und nun zum kleinen Jubiläum schauen wollten, was aus dem Projekt geworden sei. Margrit Hils, die ehemalige Leiterin der Freiwilligengruppen, habe die Idee zum Projekt gehabt.

Das Konzept bestehe im Wesentlichen aus der Idee: „Was ich nicht kann, kannst du. Was Du nicht kannst, kann ich!“ Kleine Hilfsleistungen wie Einkaufen, Gartenarbeit, Gardinen aufhängen oder Katze und Hund versorgen könne der eine Teilnehmer gut. Beim Computerumgang helfen oder ein Formular ausfüllen und mal einen Kuchen backen könne der andere Teilnehmer. Mittwochs von 15 bis 18 Uhr sei die Öffnungszeit des HTR-Büros im SFZ in Heinsberg.

Dort würden Hilfsangebote und Hilfsanfragen verwaltet. Getauscht würden kleine Hilfeleistungen jeder Art. Das gelte — ohne Unterscheidung — für handwerkliche wie für geistige Arbeiten. Alle Tätigkeiten stünden nicht in Konkurrenz zu professionellen Anbietern. Abgerechnet werde nicht in Geld, sondern ausschließlich in Zeiteinheiten, die in der Tauschwährung „Heinsberg-Taler“ genannt würden.

Für einen Zeitaufwand von 30 Minuten werde ein Taler verrechnet. Jeder neue Teilnehmer erhalte ein Startguthaben von 20 Talern, umgerechnet zehn Stunden für Hilfen durch andere Teilnehmer. Das Projektteam verwalte die Verrechnungskonten und unterstütze die Kontakte untereinander. Jeden ersten Dienstag im Monat finde ein Stammtisch statt, und zweimal jährlich würden sich alle Teilnehmer treffen. Das baue Vertrauen untereinander auf, bekräftigte das Projektteam.

„Mittlerweile haben wir 85 Teilnehmer im ganzen Kreis, die das Konzept unterstützen und mitmachen“, nannte Angela Mirbach Zahlen, welche die Nachhaltigkeit des Projektes belegen. Sie leitet als Elternzeitvertretung die Freiwilligengruppen. Eine Außenstelle ist mittlerweile in Geilenkirchen im Bürgertreff eingerichtet. Die Öffnungszeiten dort sind an jedem ersten Freitag im Monat von 15 bis 18 Uhr.

Ein Jubiläum ist immer auch Anlass für den Dank an Teilnehmer und ehemalige Teammitglieder. So überreichte Gail Oidtmann Urkunden an die Teilnehmer der ersten Stunde Dagmar Pabst, Dora Hoffmann, Elisabeth Moll, Monika Welke und Maria Mehler. Angela Mirbach überreichte als Dank für das Engagement Blumen an die Teammitglieder sowie an Margrit Hils, die als Ruheständlerin Gast beim Fest war.

Bei dieser Feier im SFZ wurde auch mit Kaffee und Kuchen für das leib­liche Wohl gesorgt. Heinz Paulsen am E-Piano und Hein Gottfried ­Fischer mit Gesang gestalteten das musikalische Rahmenprogramm.

(jwb)