Heinsberg: Heinsberg feiert mit Beatles-Songs

Heinsberg : Heinsberg feiert mit Beatles-Songs

Viele hundert Besucher erlebten am Samstag im PZ der Realschule einen verheißungsvollen Auftakt zu den ganzjährlichen Feierlichkeiten des 750-jährigen Bestehens der Stadt Heinsberg.

Eingeläutet wurden die Festlichkeiten mit einem Konzert der „Beatles-Revival-Band” mit Symphonic Orchestra unter dem Titel „Beatles go Symphonic”und einem Feuerwerk.

Bürgermeister Josef Offergeld würdigte das Ereignis, wobei die Freude jedoch durch die asiatische Flutkatastrophe getrübt werde. Für Heinsberg sei es selbstverständlich, sich an der globalen Hilfswelle zu beteiligen und den Erlös der Veranstaltung zu spenden, sagte er unter starkem Beifall.

Die überwältigende Publikumsresonanz war Ausdruck der einstigen „Beatlemania” mit Riesenschlagzeilen, Superlativen und Besucherrekorden. Alt und jung genossen das dreistündige Konzert der „Beatles-Revival-Band”, die seit ihrer Gründung 1976 weltweit gefeiert wird, und dem 1995 gebildeten, 30-köpfigen Symphonic Sound Orchestra unter Leitung von Wolfgang Koloseus vom Nationaltheater Mannheim.

Wobei vor allem die Band den Vogel abschoss: Der Sheffielder Glen Turner, alias John Lennon, Robby Matthes (Paul McCartney), Klaus Fischer (George Harrison) und Christian Engel (Ringo Starr).

Wenn die „Time” die Beatles die stärkste schöpferische Kraft der modernen Popkultur nannte, so kann die Revival-Band sich als erfolgreichste Amateurgruppe aller Zeiten bezeichnen.

„Bravo” mutmaßte gar, dass das Frankfurter Quartett die Hits besser spiele als das Original. Das will schon was heißen, schließlich waren die Beatles ein ausgewogener Organismus und stets mehr als die Summe vier höchstbegabter Solisten.

Noch heute rätselt die Musikwelt über die enorme Wirkung der „Fab Four”, die Musikgeschichte geschrieben haben. Sie gaben der Jugend ihre eigene Musik und verschafften ihr in einer konsumorientierten, mediengesteuerten Zeit mit zerbröckelnden Gesellschaftsstrukturen starke Identifikationsmodelle.

Geistreiche Texte

Die Musik löste sich aus dem starren Rock n Roll-Schema, verband sich mit klassischen Formen, exotischen Instrumenten, elektronischen Verfremdungen und geistreich-ironischen Texten. Was John Lennon für sie in puncto „träumerisch” und „bissig” bedeutete, das war Paul McCartney für die Musik: Die beiden waren die schöpferischen Kräfte.

Nach dem Auseinandergehen der Gruppe bot Ringo Starr 500.000 D-Mark, wenn die Vier vom Main, also die Beatles-Revival-Band, ihre Karriere gestoppt hätten. Die Plattenfirma der Beatles wollte sie gerichtlich verbieten lassen, aber „eines der großen Rätsel der deutschen Rockgeschichte” nahm seinen Fortgang.

„Wie die echten Beatles” schwärmen die Fans und strömen in die nach tausenden gehenden Konzerte der Revival-Band in wahren Völkerwanderungen - in Moskau waren es 50.000.

Aber auch die Heinsberger Resonanz konnte sich sehen lassen. Die Besucher waren begeistert, als die ewig jungen und bestens vertrauten Hits erklangen. Mal wurden sie von der Band allein und „pur” geboten, mal in enger Fusion mit dem Orchester. Der Dirigent lieferte dabei als Bearbeiter, Leiter und Pianist eine Mammutpartie.

Was singt und spielt man, was muss aus Zeitgründen wegfallen? Angesichts der Fülle wurde die Wahl zur Qual. Immerhin war ein Dutzend der größten Hits - „Help”, „Penny Lane”, „Yesterday”, „Ob-la-di-ob-la-da”, „Hey Jude” - vertreten und auch auf die Anfänge („She loves you”) wurde zurück gegriffen. Für die Leadsänger war die Musik aber auch Programm: „Come together” oder am Schluss mit Lennons Imagine und „Give peace a chance”.

Während der stürmisch geforderten zugaben öffnete sich der Vorhang, und die Heinsberger Feuerwehr inszenierte unter Beifall draußen ein fulminantes Feuerwerk, während dessen in großer Leuchtschrift „750 Jahre Heinsberg” am Himmel erschien.sche.