Heinsberg: Heinsberg: Einzelhandel geht in die Offensive

Heinsberg : Heinsberg: Einzelhandel geht in die Offensive

Auch die Heinsberger Geschäftswelt zieht in diesen Tagen ihre Jahresbilanz und startet zum Großteil optimistisch ins neue Jahr.

Große Hoffnungen werden in die zügig voran schreitenden Umbaumaßnahmen und sich schon jetzt abzeichnenden Verbesserungen des Stadtbildes in Apfelstraße, Rathausstraße und Patersgasse sowie in der oberen Hochstraße gesetzt.

Im Blick zurück wurde vielfach der bundesweite Trend bestätigt, dass das Weihnachtsgeschäft nicht für den Ausgleich der absatzschwächeren Zeiten sorgen konnte.

Zu den erfreulichen Meldungen: Die Buchhandlungen profitierten vom ungebrochenen Harry Potter-Fieber sowie vom gewachsenen Interesse an Fantasy, an Biographien von Promis aus Politik und Showbusiness sowie Romanen.

Auch Fachgeschäfte mit hochwertigeren Waren melden erfreuliche Umsätze.

Der allgemeine Rückgang der Realeinkommen sowie Verunsicherungen durch die Wirtschaftslage bei gleichzeitiger verschärfter Konkurrenz durch SB-Häuser, Discounter sowie Versandhäuser, Factory-Outlet-Center und Internet wird immer wieder als Grund für die oft unbefriedigende Geschäftsbilanz genannt.

Plakative Rabattaktionen großer Textilanbieter sowie Elektronik- und Computer-Märkte setzten außerdem zu. Auch der ungewöhnlich lange und heiße Sommer wird als Grund für Umsatzrückgänge genannt.

Chancen für einen baldigen Aufwärtstrend sieht die Geschäftswelt im erhofften Anspringen der Konjunktur und durch eigene Aktivitäten zum Binden und Zurückgewinnen von Kunden. Vom „Profilieren über Qualität und Service” und Kundennähe war mehrfach die Rede.

Für Zuversicht sorgen die Wohn- und Geschäftsumfeld-Verbesserungsmaßnahmen. Nur ganz vereinzelt gibt es Kritik wegen der damit verbundenen Beeinträchtigungen.

Im Gegenteil: Unmittelbar davon betroffene Geschäftsleute loben das sich abzeichnende neue Straßenbild und freuen sich auf eine insgesamt attraktivere Innenstadt und Aufwertung des historischen Stadtkerns unter Einbindung des Burg- und Kirchbergs.

Eine neue Mitte

„Heinsberg bekommt eine neue Mitte!”, war ein geradezu euphorischer Kommentar einer Kundin eines traditionsreichen Modehauses.

Gold- und Silberschmiedemeister Johannes Hieronimi: „Man muss sich immer nach der Decke strecken und den eigenen Einkauf so gestalten, dass man über die Runden kommt. An der ingesamt schlechteren Geschäftsbilanz konnte auch das Weihnachtsgeschäft nichts ändern. Es wird verstärkt auf das Geld geguckt.

Mit Blick in die Zukunft bin ich überzeugt, dass jeder selbst etwas entwickeln muss, um durch Service und zusätzliche Aktionen Kunden zu bekommen. Politik und Verwaltung sollten mehr mit den Geschäftsleuten reden und sie in Entscheidungen einbinden.

Mir ist völlig unverständlich, dass kurz vor dem Weihnachtsgeschäft mit dem Stadtumbau begonnen wurde. Das ist so, als wenn man zur Haupterntezeit die Felder sperrt.”

Carola van den Eynden, Inhaberin von „Flair Paris” in der Apfelstraße: „Trotz des vom Trend her ruhigeren Kaufverhaltens in einer schwierigen Zeit haben sich unsere Erwartungen erfüllt. Auch mit Modenschauen, einem Adventskaffee und Direktmailing bleiben wir in ständigem Kontakt mit den Kunden.

Von den Umbauten wird unser Geschäft wohl zur Osterzeit betroffen, natürlich nicht so wie von der Laufkundschaft Abhängige. Aber irgendwann muss ja gebaut werden, und man sieht jetzt schon, dass es sich sehr lohnt und das Stadtbild insgesamt besser wird.”

Bessere Atmosphäre

Herbert Plum vom Radio- und Fernsehservice in Unterbruch meint: „Wir hatten gegen den Trend ein besseres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Allerdings konnte es die Umsatzrückgänge während des heißen Sommers und in den Monaten September bis November nicht ausgleichen. Wir leben von unseren Stammkunden.

Für dieses Jahr erhoffe ich mir auch durch die Steuerreform einen positiven Schub, auch wenn die für den Einzelnen in der Geldbörse kaum spürbar sein wird.”

Rolf Esser, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbevereins der Stadt Heinsberg: „Wir müssen versuchen, Schwierigkeiten zu bewältigen und das Beste draus machen. Es war ein schwieriges Jahr, wozu auch der heiße Sommer beitrug.

Insgesamt nimmt der Verbraucher Heinsberg weiter gut an, und die laufenden Umbauarbeiten werden zur besseren Atmosphäre und somit auch zur längeren Verweildauer beitragen. Man hat sanft begonnen, es geht zügig voran.

Um verlorene Kundschaft zurückzugewinnen, müssen wir uns weiter durch Service, Kundennähe und Leistungsstärke empfehlen und profilieren. Dazu gehört auch das Einhalten aller Öffnungszeiten.

Die Botschaft muss lauten: Wir sind da! - Weiter wünsche ich mir für 2004 allgemein bessere Laune und dass alle wieder etwas fröhlicher werden.”