Kreis Heinsberg: Heimatkalender des Kreises 2014 als „sprudelnder Quell“

Kreis Heinsberg : Heimatkalender des Kreises 2014 als „sprudelnder Quell“

Als einen „sprudelnden Quell heimatgeschichtlicher und volkskundlicher Themen“ kündigt der Kreis Heinsberg seinen soeben erschienenen Heimatkalender 2014, der von Richard Jochims, Anja Mülders und Michael Straube redaktionell verantwortet wird. Im Vorwort erklärte Landrat Stephan Pusch, der Kalender arbeite historische Begebenheiten auf und setze sie in eine Beziehung zur Gegenwart — in diesem Jahr auf immerhin 280 Seiten.

Dem Kalendarium von Hans J. Limburg folgt ein von Richard Jochims aufbereiteter Beitrag des 2012 gestorbenen Heimatforschers Leo Gillessen zum Bezug von Baumaterial im 15. und 16. Jahrhundert. In die Welt der Archäologie entführt ein Artikel von Peter Schönfeld, der die eisenzeitlichen und römischen Ausgrabungen bei Gerderath beleuchtet.

Mit rund 60 Seiten ist der Beitrag von Markus Westphal zu den mittelalterlichen Burgen, Motten und Erdwerken im Kreis Heinsberg zwar außergewöhnlich lang. Augustinus M. P. P. Janssen widmet sich einem Gedicht über den Rodebach aus dem Jahr 1640. Frank Körfer befasst sich mit der wechselvollen Geschichte des Gutes Gansbroich, während Willi Oeben über künstliche Mühlenbäche in unserer Region schreibt.

Maria Meurer beschreibt einen Hexenprozess in Erkelenz vor dem Hintergrund der Zeitumstände und der beteiligten Personen. Hans-Friedrich Kartenbender aus Wuppertal sucht in seinem Artikel die Wurzeln seiner Familie, einer Bauernfamilie aus Gangelt. Um ein genealogisches Thema geht es auch Reiner Steppkes, der neue Erkenntnisse zur Genealogie der Familie von Leerodt aufgezeichnet hat.

Die Entstehung des Synagogengemeindeverbands Geilenkirchen — Heinsberg — Erkelenz wird von Christoph Nohn thematisiert, während Karl Beumers den Fokus auf das Krieger-Denkmal in Heinsberg richtet. Der „Eiserne Johann“ ist ein Kriegswahrzeichen aus dem Ersten Weltkrieg. Was es mit dieser „Nagelfigur“ auf sich hat, erklärt Richard Jochims. Fortgesetzt wird die Reihe von Marco Kieser und Dietmar Schmitz über Baudenkmäler mit Teil 1 der Liste Wegberger Baudenkmäler.

Sehr aktuell ist der Beitrag von Rita Müllejans-Dickmann, die unter der Überschrift „Ein Museum erfindet sich neu“ auf die Phase der Neukonzeption für das Begas-Haus in Heinsberg zurückblickt. Über die Begas-Sammlung berichtet darüber hinaus Wolfgang Cortjaens. Der Baudezernent des Kreises, Josef Nießen, hat einen Beitrag zur Nutzung der Windenergie im Kreis Heinsberg verfasst. Folkmar Pietsch blickt zurück auf 1994, einem Schicksalsjahr für Erkelenz.

Denn damals fiel Entscheidung für den Braunkohletagebau Garzweiler II. Ein einzigartiger Platz im Kreisgebiet ist der „Große Pley“ in Birgden. Über seine Bedeutung schreibt Paul Vallen. Heinz-Josef Jochims und Michael Straube präsentieren ihre Bestandsaufnahme der Fische in den heimischen Flüssen.

Ein Mundart-Beitrag von Karl Bertrams, die Übersicht über heimatkundliche Neuerscheinungen, Nachrufe und der Jahresrückblick vervollständigen den Heimatkalender, der dank des Einsatzes zahlreicher Sponsoren immer noch zum Preis von vier Euro abgegeben werden kann. Erhältlich ist er in den örtlichen Buchhandlungen und im Bürger-Service-Center des Kreishauses in Heinsberg.