Kreis Heinsberg: „Heimat“ soll verbinden, nicht ausgrenzen

Kreis Heinsberg : „Heimat“ soll verbinden, nicht ausgrenzen

Gemeinsam haben Landrat Stephan Pusch und der Heimatverein Schafhausen die Ausstellung „800 Jahre Schafhausen“ vor zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Vereinen in den Räumlichkeiten des Kreishauses in Heinsberg eröffnet.

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete die Jugendmusikschule Heinsberg mit Lukas Rinkens, Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ in Lübeck, an der Gitarre. „Ich darf Sie alle zu einem Event der besonderen Art begrüßen“, sagte die Vorsitzende des Heimatvereins Schafhausen, Dr. Ursula Gellissen. Im letzten Jahr habe die umfangreiche Ausstellung zur Historie Schafhausens während der 800-Jahr-Feier nur an zwei Tagen gezeigt werden können.

Bei der Ausstellungseröffnung: Theo Krings aus Schafhausen, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, erkundete die zahlreichen Bilddokumente der Ausstellung „800Jahre Schafhausen“ im Kreishaus. Foto: Bindels

Mit seinem Initiativbrief an die Heimatvereine habe Landrat Stephan Pusch eine Plattform für die Heimat- und Kulturvereine bereitgestellt und somit erst die Gelegenheit geschaffen, die Ausstellung, die vom Geschäftsführer des Heimatvereins, Hans-Josef Heuter, und seinem Stellvertreter, Karl-Heinz Körner, konzipiert worden sei, im Kreishaus einem größeren Publikum zeigen zu können. Reichhaltige Bilddokumente, die Aufschluss über Gebäude, Denkmale sowie Zusammenleben und Vereinsleben in Schafhausen widerspiegelten, würden ergänzt durch Kartendarstellungen und Urkunden aus dem Hoch- und Spätmittelalter bis zur Neuzeit, erläuterte die Vorsitzende. Aufzeichnungen des Katasteramtes dienten dabei als Vorlage.

Lukas Rinkens, Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gestaltete mit seinem Gitarrenspiel das musikalische Rahmenprogramm der Ausstellungseröffnung. Foto: Bindels

„Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss“, zitierte Landrat Stephan Pusch den Dichter und Geschichts- und Kulturphilosophen Johann Gottfried von Herder. Er habe den Ausstellungsraum im Kreishaus gerne zur Verfügung gestellt, da der Kreis Heinsberg der ehrenamtlichen Arbeit der Heimatvereine sehr positiv gegenüber stehe. So werde auch das Kreisarchiv, das gerade personell aufgestockt werde, auch von Heimatforschern und den Heimatvereinen genutzt. Die Ausstellung stehe exemplarisch für die Entwicklung vieler Dörfer in der ­Region. Darüber hinaus solle die Ausstellung dazu anregen, sich mit dem Thema „Heimat“ vorbehaltlos und ideologiefrei auseinander zu setzen.

Heimat soll verbinden

„Der Begriff Heimat hat die Bedeutung des Verbindenden und nicht des Ausgrenzenden“, stellte Pusch heraus und fügte kritisch an, dass aktuell leider letztere Interpretation fälschlicherweise in der Gesellschaft herausgestellt werde. Er wünsche der Ausstellung im Kreishaus eine gute Resonanz und die Aufmerksamkeit, die sie verdiene. Und vielleicht gebe sie dem einen oder anderen Betrachter den Anschub, in einem Heimatverein aktiv mitzumachen.

Bevor Hans-Josef Heuter durch die Ausstellung führte, erläuterte Theo Krings, der Leiter der Jugendmusikschule, die beiden musikalischen Beiträge „Variationen über eine Folia d‘Espagne, op. 45“ von Maurio Giuliani und „Fuocco“ von Roland Dyens, die Lukas Rinkens mitreißend präsentierte, von „einem echt Schoppeser Gewächs“, wie die Vorsitzende Ursula Gellissen zuvor formuliert hatte.

Die Ausstellung ist noch bis 28. Juli im Kreishaus in Heinsberg an der Valkenburger Straße 45 auf der ersten Etage im Foyer vor den Sitzungssälen während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung zu sehen.