Hecke als "Bilderrahmen"

Hecke als "Bilderrahmen"

Jüchen (an-o) - Kunst ist Geschmacksache, und über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber es gibt kaum einen Besucher der Landesgartenschau Schloss Dyck, der sich dem Reiz der zehn großen Würfel aus rosafarbenem Granit entziehen kann.

Die Skulptur ist an exponierter Stelle auf dem Dycker Feld platziert und stammt unverkennbar von dem 1938 in Düsseldorf geborenen Bildhauer Ulrich Rückriem. Der Künstler verzichtete bewusst darauf, sein Werk zu betiteln, doch weil die Installation aus 10 je 36 Tonnen schweren Blöcken besteht, die jeder nach einer anderen Art aus dem Steinbruch gehauen sind, gab ihr die Rückriem-Expertin Dr. Kathrin Wappenschmidt von den Skulpturen-Hallen in Sinsteden den Namen "Zehn Variationen eines Blockes".

Das Besondere an diesem Kunstwerk ist, dass es von unterschiedlichen Standorten ganz verschiedene Eindrücke vermittelt, mal sieht es aus wie eine schwere, geschlossene Mauer, dann wieder wie eine fast durchsichtige Kette. Die Steine wirken wie willkürlich nebeneinander gestellt, doch folgt ihre Anordnung, wie bei Rückriem üblich, einer strengen Logik.

Bildhauer und Maler

Werke eines weiteren zeitgenössischen Künstlers, des 1940 in Bayern geborenen und in Viersen lebenden Bildhauers und Malers Georg Ettl, sind auf der Landesgartenschau zu sehen: sechs aus Metall gefertigte Statuen, die im Themengarten des Neusser Landschaftsarchitekten Georg Penker an der nördlichsten Spitze des Dycker Feldes aufgestellt sind.

Der Garten mit dem Titel "Ich habe einen Traum" ist umgeben von einer hohen Hecke, darin befindet sich ein "Hexenkreis" aus weißen Carrara-Steinen, der die bösen Geister bannen soll. Darin nun stehen die sechs Figuren von Georg Ettl: ein Mann, eine Frau mit Katze, ein Pferd, ein Hase und ein Schwein.

Der Mann und die Frau repräsentieren sowohl den jeweiligen Archetypus als auch Adam und Eva, die anderen Figuren haben gleichfalls einen starken Symbolgehalt. Penker hat die symbolträchtige Versammlung noch um einen Apfelbaum, den Baum des Paradieses, ergänzt. Penker und Ettl kennen sich schon seit über zwanzig Jahren, deshalb hat der Landschaftsarchitekt den Künstler um die Gestaltung der Figuren gebeten.

Kandinsky-Werk als Garten

Auch ein bekanntes Kunstwerk des russischen Malers Wassily Kandinsky ist auf der Landesgartenschau Schloss Dyck zu sehen, allerdings umgesetzt in einen Garten. Den Garten "Kleine Welten 2" hat die Essener Landschaftsarchitektin Helga Rose-Herzmann zusammen mit dem Landschaftsarchitekten Helmut Fox aus Mühlheim entworfen: Sie haben das zweidimensionale Gemälde von der ebenen Leinwand übertragen in ein dreidimensionales Gartenkunstwerk aus Pflanzen, farbigem Kies, Segeltuch und Metallelementen.

Eine Hecke übernimmt die Funktion des "Bilderrahmens". Anhand einer Reproduktion des namengebenden Kandinsky-Bildes kann der Besucher die Umsetzung des Kunstwerkes in ein "Gartenbild" studieren.