Kreis Düren: Haupt- und Realschüler an technische Berufe heranführen

Kreis Düren : Haupt- und Realschüler an technische Berufe heranführen

Elektronische Medien gehören für Jugendliche wie selbstverständlich zum Alltag, während sich ältere Generationen manchmal damit schwer tun. „Dass elektronische Medien aber auch Arbeitsmittel sind und nicht nur Unterhaltung, ist weniger präsent.

Technik ist mehr als Computerspielen”, sagt Johannes Zenz vom Berufskolleg für Technik in Düren. Ein neues Projekt des Berufsbildungskreises will daher Haupt- und Realschüler an technische Berufe heranführen. Finanziert wird die Pilotphase im Berufskolleg vom Arbeitgeberverband der Metallindustrie von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (AGV).

„Wenn wir in Deutschland unseren hohen Standard halten wollen, müssen wir junge Menschen für eine Ausbildung in technischen Berufen begeistern”, unterstrich Dr. Stephan Kufferath vom Arbeitgeberverband. Gleichzeitig soll mit dem Pilotprojekt die berufliche Qualifikation der Jugendlichen verbessert werden. Zwölf Schüler der Gemeinschaftshauptschule Inden und zwölf Schüler der Dürener Realschule Wernersstraße (Klassen 8 und 9) werden seit kurzem außerhalb des regulären Stundenplans an zehn Freitagnachmittagen im Berufskolleg unterrichtet.

Metalltechnik steht im Mittelpunkt des Projekts bei den Hauptschülern. Sie sollen lernen, technische Zeichnungen zu fertigen, manuell und mit Unterstützung elektronischer Datenverarbeitung. In einem zweiten Schritt stellen sie auf der Grundlage dieser Zeichnungen ein Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel her. Dabei erproben sie metalltechnische Werkstoffe, Arbeitstechniken und Fertigungsverfahren. Die Realschüler lernen bei der Herstellung einer LED-Wanduhr elektronische Bauelemente und Fertigungsverfahren kennen. Später üben die Schüler das Programmieren einfacher Steuerungen aus der Automatisierungstechnik.

„Die Module sind darauf ausgerichtet, bei den Teilnehmern das Interesse an einem technischen Thema zu wecken und sie zu ermutigen, ihre Berufsplanung frühzeitig in den Blick zu nehmen”, erklärt Erhard Kusch, Schulleiter des Berufskollegs. Ganz bewusst findet das Projekt in der Werkstatt und nicht in einem Klassenraum statt. Technik soll nicht nur konsumiert werden, sondern zur eigenen Sache gemacht werden.

„Es ist das Know-how, das maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland beiträgt”, betonte Thomas Rachel (CDU). Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung hat die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen. Sowohl Rachel als auch Stephan Kufferath verwiesen darauf, dass sich ein Mangel an Fachkräften abzeichne. Rachel betonte, dass es „reale Arbeitsplätze” für die Schüler gibt und appellierte auch an Mädchen, ihre Chancen zu nutzen. „Es gibt so ein breites Spektrum, da bietet sich für jeden eine Möglichkeit”, sagt Schulleiter Erhard Kusch. Er ist vom Erfolg des Pilotprojekts überzeugt und hofft, es über das Schuljahr hinaus fortführen zu können.