Wegberg: Harmonisches Spiel in schöner Kapelle

Wegberg : Harmonisches Spiel in schöner Kapelle

Beim schon traditionsgemäß in der Heilig-Kreuz-Kapelle in Kipshoven veranstalteten Konzert des Kulturförderkreises „Opus 512” standen Werke der Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 bis 1708) und Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) im Mittelpunkt.

Sie wurden von den beiden Künstlern aus Lüttich, das Duo Claire Lecoq (Cembalo) und Paul Paunkert (Violine) gekonnt zum Besten gegeben. Mit ihrem lieblichen und harmonischen Spiel in der wunderschönen Kapelle bereicherten die Virtuosen das schon sehr gelungene Programm des Wegberger Musikfrühlings.

Vor allem die im Jahr 1690 veröffentlichen „Rosenkranzsonaten” von Biber, der wohl mit zu den interessantesten Violinkomponisten des Barock gezählt werden kann, fesselte die Zuhörer sichtlich. Vier Werke zelebrierte das Duo aus den insgesamt 15 Sonaten, die sich thematisch an die Rosenkranzgebete anlehnen, und das jeweils in einer anderen Skordatura. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Violine für jede Sonate anders gestimmt werden muss, wodurch der Klang der Violine jeweils einen anderen, sehr persönlichen Charakter erhält.

Aufbrausen zu spüren

In der ersten Sonate etwa konnten die Zuhörer in den schnellen Passagen förmlich das Aufbrausen des Heiligen Geistes spüren. Diese Sonate wird als Einzige in normaler Stimmung der Geige gespielt, für alle anderen gilt dann Bibers Technik der Skordatur. So erklang dann auch das jeweils neu gestimmte Instrument, etwa in der „Sonata X - Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist”, mit einem Kreuzzeichen musikalisch als auch visuell im Notenbild nachempfunden oder der „Sonata VI - Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat”, emotionsgeladen.

Drei gut ausgesuchte Werke von Bach passten sowohl inhaltlich als auch musikalisch zu den vier Sonaten der „Rosenkranzsonaten” Bibers und rundeten das hervorragende Kamerkonzertprgramm harmonisch ab. Wundervoll an zu hören war da etwa das Werk Bachs „Praeludium und Fuge in c-moll” von Bach, das das Duo gekonnt vortrug. Die Künstler Lecoq und Paunkert beendeten ihren eindrucksvolles virtuoses Spiel mit der „Toccata in D-Dur”. Anhaltender Applaus war das letzte was in der Heilig-Kreuz-Kapelle an diesem Abend zu hören war.