Kreis Düren: Hans Hinzen: Erinnerungen an 20 Jahre C-Junioren-Hallenfußball

Kreis Düren : Hans Hinzen: Erinnerungen an 20 Jahre C-Junioren-Hallenfußball

Vor wenigen Tagen hat Hans Hinzen der Arena Kreis Düren einen Besuch abgestattet. Wie über 2000 andere Menschen auch. Eine Veranstaltung fand dort statt. Wie sollte es auch anders sein. Hans Hinzen hat der Abstecher mit seiner Frau in Dürens gute Stube gefallen. Aber es überfiel ihn auch ein wenig Wehmut: „Gänsehaut lief über meinen ganzen Körper, als ich daran denken musste, dass in diesem Jahr mein internationales C-Junioren-Hallensportfest ausfallen muss. Und es dieses Turnier wohl nie mehr geben wird.“

Eigentlich hätte die Zusammenkunft von C-Junioren-Kickern zahlreicher namhafter Bundesligisten am gestrigen Sonntag in der Arena stattfinden sollen. Wie wir berichteten, mussten Hinzen und die drei Veranstaltervereine das fußballerische Spektakel absagen. Das 20. Turnier im Jahr 2014 war das letzte seiner Art in Düren.

So hatte Hans Hinzen am Sonntag frei, um mit Ehefrau Elisabeth und seinen Enkeln kleinere Unternehmungen zu starten. Und sich dabei auch an Höhepunkte während der 20 Hallensportfeste zu erinnern.

„Die meisten Erinnerungen sind absolut positiver Art“, sagt Hinzen. So besuchte der ehemalige DFB-Schatzmeister und -Präsident Egidius Braun das Turnier. Der mächtigste Sportfunktionär Deutschlands bewies Volksnähe und schrieb auch fleißig Autogramme. Positiv sind die Erinnerungen Hinzens auch an einen Fußballer, der nicht den besten Ruf hat: Kevin Prince Boateng. Der von Schalke 04 aufs Abstellgleis bugsierte Profi kickte 2002 bein Hinzens Turnier mit Hertha BSC Berlin. 2003 Jahr wollte Boateng wieder in Düren mitspielen. „Unser Turnier hat ihm so gut gefallen, dass er seinen Trainer und Entdecker Wolfgang Damm anrufen ließ, um zu fragen, ob wir nicht auch ein B-Junioren-Turnier veranstalten könnten“, sagt Hinzen und lächelt. Das war nun nicht möglich. Jahre später erinnerte sich Boateng an das Dürener Turnier und schenkte Hans Hinzen sein erstes Trikot als Profi. Das bewahrt Hinzen noch heute an einem Ehrenplatz auf.

Es gibt natürlich auch sportliche Höhepunkte, an die Hinzen sich erinnert. Beispielsweise an die des Jahres 1999. In der Zwischenrunde lieferten sich der 1. FC Köln und PSV Eindhoven ein ellenlanges Neunmeterschießen, das der FC schließlich 22:21 gewann. Und im Finale stellte ein gewisser Lukas Podolski schon damals seine Torgefährlichkeit unter Beweis, als er in den letzten 50 Sekunden seiner zurückliegenden Mannschaft noch den Sieg sicherte.

Heute erinnert sich Hans Hinzen auch schmunzelnd an Trainer, die ihn und die Turnierleitung verbal attackierten, oder daran, dass Trainer zweier Teams, die am Dürener Turnier teilgenommen hatten und Monate später ein Freundschaftsspiel bestritten, ihn mitten in der Nacht anriefen, aus dem Schlaf rissen und ihm „Gute Nacht“ wünschten.

Vergangenheit ist auch, dass wegen eines Orkans ein erstmals aufgestelltes Cateringzelt vor der Arena nicht genutzt werden durfte: „Wir wollten in dem Zelt Kartoffelgerichte anbieten und hatten weniger Kuchen im Angebot.“ Folge: Nachmittags gab es nichts mehr zu essen.

Hans Hinzen könnte noch viele Anekdoten berichten. Das wäre kein Problem für ihn. Nur einmal war er in all den Jahren sehr schweigsam: „Das war in Birkesdorf. Ich kam in die Halle — und plötzlich war die Stimme weg.“