Heinsberg: Handel mit Marihuana: Vorbestrafter Dealer verurteilt

Heinsberg : Handel mit Marihuana: Vorbestrafter Dealer verurteilt

Das Geständnis des Angeklagten kam in diesem Umfang auch für Richterin Corinna Waßmuth überraschend. Alles sei so passiert, wie es in der Anklageschrift stehe, ließ der Angeklagte, ein 50-jähriger Werkstattleiter, über seinen Anwalt kundtun.

Einer der geladenen Zeugen, die nun ungehört die Heimreise antreten konnten, hatte den 50-Jährigen mit einer belastenden Aussage in seinem eigenen Verfahren auf die Anklagebank gebracht.

Beide Männer hatten mit Marihuana gehandelt. Der Zeuge hatte bei dem Angeklagten gekauft. Laut Anklageschrift im Jahr 2016 viermal. Die Geschäfte waren per Handy verabredet worden und in Heinsberg über die Bühne gegangen. Der Zeuge hatte einmal 40 Gramm, zweimal 50 Gramm und einmal 80 Gramm Marihuana von stets gleicher Qualität zum Grammpreis von sieben Euro gekauft und teilweise weiterverkauft.

Wie er denn zum Drogenhandel gekommen sei, wollte Richterin Waßmuth gerne vom geständigen Angeklagten wissen. Doch mehr als eh schon in der Anklageschrift dargelegt war, wollte der Angeklagte denn nun doch nicht preisgeben. „Drogenhandel? Also nein“, meinte er beschwichtigend.

Bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Angeklagten waren acht Tütchen mit je etwa einem Gramm Marihuana und 63 weitere, noch nicht verkaufsfertig abgepackte Gramm sichergestellt worden, zudem ein Butterflymesser, das eingezogen wurde. Ebenfalls noch „eingezogen“ werden 1540 Euro vom Angeklagten, also die Summe, die er mit seinem Drogenhandel eingenommen hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte im ersten Anlauf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert. Nach kurzer Beratung hatte das Gericht die Beweisaufnahme dann neu eröffnet und das Urteil gegen den Handelspartner des Angeklagten eingeführt. Dieser war zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft korrigierte ihre Strafforderung nun nach oben auf ein Jahr und neun Monate.

Das Schöffengericht sprach schließlich das Urteil: ein Jahr und sechs Monate wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Da die „nicht geringe Menge“ nur wenig überschritten war, der Angeklagte in gesicherten Verhältnissen lebt und sein Geständnis strafmildernd bewertet wurde, konnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden, obwohl der Angeklagte die Tat während einer laufenden Bewährungszeit begangen hatte. Er war wegen Körperverletzung verurteilt worden.

(defi)