Gangelt: Hamacher hängt Life-Fotografien an den Nagel

Gangelt : Hamacher hängt Life-Fotografien an den Nagel

Die Zeiten, in denen Karl-Heinz Hamacher mit der Kamera vor dem Bauch herumläuft, sind nun endgültig vorbei. Das hat sich der Fotograf fest vorgenommen.

Als unauffälliger Beobachter, immer auf der Suche nach dem richtigen Motiv und nach dem perfekten Augenblick, ist der Gangelter durch so manche Stadt gestreift: Egal ob Wien, Paris oder Palma de Mallorca - Hamacher hat mehrere hundert Souvenirs mitgebracht.

„Was ich mache, ist klassische Life-Fotografie”, beschreibt der gelernte Postzusteller seinen „zweiten Job”. Viele kennen ihn nur als rasenden Reporter, der durch die kleine Gemeinde radelt, um gute Geschichten für unsere Lokalzeitung aufzuspüren.

Doch es gibt auch noch den Karl-Heinz Hamacher, der mit Kamera auf dem Arm und dem Auslöser in der Hand fast einer Art Sucht nachgeht. Aus der „Bauchnabel”-Perspektive nähert er sich bis auf einen Meter dem Objekt der Begierde und fängt so alltägliche bis skurrile Szenen ein.

In den Gangelter Einrichtungen werden 33 dieser schwarz-weißen Nah- und Momentaufnahmen zu sehen sein. Einen großen Platz nimmt dabei die Serie „Glaube - Sitte - Heimat” ein, die Augenblicke aus dem Dorfleben zeigt. Die Schwierigkeit dieser „Street-Photography” liegt in der Zeit: „Eine halbe Sekunde später ist das Bild oft weg”, erklärt der 46-Jährige die Kunst an der Sache.

Deswegen betrage der Ausschuss der verschossenen Fotos auch 90 Prozent. 3000 bis 4000 Filme sind im Laufe der Jahre über den Ladentisch in Hamachers Kamera gewandert. Angefangen hatte alles, als er gerade 18 Jahre alt war.

n der Metro kaufte sich der junge Mann - „mit einem geliehenen Ausweis” - eine Kamera. „Und dann ging alles ganz schnell: Eine Woche später engagierte mich der damalige AVZ-Sportchef Herbert Arnolds als Sportfotograf.” Wenn er sich heute die Bilder von damals noch einmal anschaut, fällt er ein vernichtendes Urteil: „Eine einzige Katastrophe.”

Doch mit dem Spaß wuchsen auch Interesse und Fähigkeiten. Die Kamera wurde zu seinem ständigen Begleiter. „Nach der Geburt haben meine Kinder nicht in ein glückliches Vater-Gesicht gesehen, sondern in ein Nikon-Objektiv”, erzählt der vierfache Papa lachend. Menschen stehen bei seinen Bildern immer im Mittelpunkt, Schönheit spielt dabei keine Rolle.

Eher sprechen den Fotografen Charakterköpfe oder interessante Typen an. Diese will er, wenn er die Life-Fotografie aufgibt, besonders in ihrer Umgebung in Szene setzen. Nicht mehr so viel reisen, sondern nur noch Menschen aus Gangelt in ihrer Umgebung ablichten, hat Karl-Heinz Hamacher sich vorgenommen. Und da hat er auch schon ein paar Motive fest im Auge...

Die Ausstellung „Andeutungen 1984 bis 2004” in den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf beginnt am 2. Juli und endet am 2. September, Eintritt frei.

Weitere Infos unter http://www.foto-hamacher.de