Städteregion: Halloweenbilanz: Heftige Schlägereien in Aachen und Stolberg

Städteregion : Halloweenbilanz: Heftige Schlägereien in Aachen und Stolberg

Die Polizei hatte gut zu tun zu Halloween. Obwohl es in der Zeit von 18 Uhr bis 6 Uhr ein paar Einsätze weniger gab als im Vorjahr, ging es doch hoch her. Insgesamt rückten die Beamten am Abend und in der Nacht 265 Mal aus; im Vorjahr waren es 284 Einsätze.

Tatsächlich einen Halloween-Hintergrund hatten 68 Einsätze: Es gab 18 Körperverletzungen, vier Schlägereien, 16 kleinere Streitigkeiten, 15-mal wurde randaliert und 15 Fälle von Sachbeschädigung registriert. Die Zeit mit den meisten Einsätzen und Notrufen lag zwischen 18 Uhr und 21 Uhr. Ab 3 Uhr am Morgen kehrte langsam Ruhe ein.

Am meisten los war in der Stadt Aachen: Hier zählte die Leitstelle allein 150 Einsätze. Kernpunkt war die Innenstadt. Acht Streifenwagen waren kurz vor 1 Uhr in Richtung Markt und Hof mit Blaulicht und Martinshorn ausgerückt. Mehrere Gäste des Domkellers hatten draußen gestanden und Bier getrunken, als eine Gruppe von fünf oder sechs Männern aus Richtung Markt auf sie zugelaufen kam und nach Angaben von Zeugen „wahllos auf sie einschlugen und mit Gegenständen bewarfen“.

Dabei wurden ein 29-jähriger Mann schwer und ein 37-jähriger Mann leicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen erlitt der 29-Jährige eine große Platzwunde am Kopf und einen Kieferbruch. Zeugenbefragungen am Ort des Geschehens ergaben, dass einige Angreifer weiße Masken anhatten. Sie hätten nicht nur zugeschlagen, sondern auch mit Gläsern und Eiern geworfen, so die Augenzeugen. Die Täter konnten noch vor Eintreffen der Polizei in Richtung Büchel flüchten.

Die Polizei kontrollierte daraufhin im Laufe der Nacht mehrere Personen und überprüfte deren Personalien. Die Kontrollen ergaben keine weiteren Hinweise auf die Täter.

Ein weitere größere Schlägerei gab es wenig später in der Sigmundstraße. Mehrere Gäste hatten im Hof geraucht und gefeiert, als sich Leute unter sie mischten, die nicht eingeladen waren. Unterschiedlicher Herkunft seien die gewesen, so Zeugen gegenüber der Polizei. Jedenfalls sei es nach einem Disput mit den ungebetenen Gästen zur Schlägerei gekommen. „Arbeitsteilig“ seien die Schläger vorgegangen. So habe einer einen Gast festgehalten, ein anderer habe zugeschlagen. Ein Schlagstock und ein Schlagring sollen auch zum Einsatz gekommen sein. Die Täter flüchteten anschließend. Ein Gast erlitt eine stark blutende Platzwunde am Kopf und eine aufgeplatzte Oberlippe. Bilanz: Ein Schwerverletzter, der mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus kam und mehrere Leichtverletzte, die alle einen Arzt aufsuchen wollen.

In Alsdorf gab es 21 Einsätze, meist war es „grober Unfug“, wie die Polizei es formulierte. In Warden warfen Jugendliche rohe Eier gegen eine Hauswand, ebenso in Eschweiler. Weitere Einsätze gab es in Würselen, Herzogenrath, Baesweiler und Stolberg.

Dort kam es auf der Zweifaller Straße in unmittelbarer Nähe zum Burg-Center zu einer größeren Schlägerei. Eine Gruppe aus sechs oder sieben jungen Männern provozierte eine andere, voriwegend aus jungen Mädchen bestehende Gruppe. Als ein Jugendlicher sie bat, dies zu unterlassen, erntete er einen Kopfstoß und mehrere Schläge. Anschließend flüchteten die Täter. Im Zuge der Fahndung konnte der 17-jährige Haupttäter und zwei Mittäter von der Polizei festgenommen werden. Seine Kumpels hatten noch versucht, die Polizei aufzuhalten, was ihnen aber nicht gelang. Das 16-jährige Opfer kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Von dort konnte er nach ambulanter Behandlung entlassen werden.

In der Eifel gab es neun Einsätze. Als Nikoläuse verkleidete Unruhestifter, zum Teil auf Fahrrädern unterwegs, trieben in Rohren ihr Unwesen und rissen Gegenstände aus Stallungen heraus, die sie dann in Vorgärten schleppten.

Vorfälle mit Grusel-Clowns wurden in der gesamten Städteregion keine gemeldet.

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach nutzte die Gelegenheit, um sich im Streifenwagen ein persönliches Bild vom Einsatzgeschehen in der Nacht zu machen. Halloween, Silvester und die Nacht zum 1. Mai gelten als die einsatzintensivsten Tage im Polizeijahr. Was sich wieder einmal bestätigte.

(red/pol)