Kreis Heinsberg: Gülleimporte: „Schwarzen Schafen” wird der Kampf angesagt

Kreis Heinsberg : Gülleimporte: „Schwarzen Schafen” wird der Kampf angesagt

„BUND warnt: Immer mehr Nitrat im Wasser” lautete vor wenigen Wochen eine Schlagzeile. Die Naturschützer schlugen aus Sorge um das Grundwasser Alarm und forderten eine striktere Kontrolle von Gülleimporten aus den Niederlanden.

Jetzt beschäftigte dieses Thema auch den Kreisumweltausschuss.

Aufgrund der intensiven Massentierhaltung in den Niederlanden und der nicht ausreichend zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Flächen stünden die dort produzierenden Betriebe vor der Problematik, wie Gülle oder Hühnertrockenkot einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt werden könnten, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Jährlich falle eine nicht unerhebliche Anzahl von grenzüberschreitenden Transporten dieses Wirtschaftsdüngers an.

Diese seien auch prinzipiell zulässig, soweit sie sich im gesetzlichen und genehmigten Rahmen bewegten, erklärte Dezernent Josef Nießen. Doch es gebe Hinweise, so die Erkenntnis der Verwaltung, dass bei der Verbringung von niederländischem Wirtschaftsdünger im grenznahen Bereich die gute fachliche Praxis der Landwirtschaft nicht immer beachtet werde.

Es bestehe die Gefahr einer Überdüngung des Bodens und damit einhergehend eines Eintrags von Nitrat in untere Bodenschichten und ins Grundwasser. So sei in der Gemeinde Waldfeucht eine tiefere Brunnenbohrung erforderlich geworden, da einer der Brunnen den Grenzwert für Nitrat fast erreiche und in absehbarer Zeit zu überschreiten drohe.

Der Kreis Heinsberg will „schwarze Schafe” bei den Gülleimporten ertappen. In diesem Jahr wurden 16 Verfahren eingeleitet, die bislang zu acht Bußgeldbescheiden führten. Doch die deutsche Seite blickt fast neidisch gen Niederlande: Während dort die Einhaltung der restriktiven gesetzlichen Bestimmungen durch ein effektives GPS-gestütztes Kontrollsystem gewährleistet werde, stünden den deutschen Behörden keine angemessenen Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten zur Verfügung, so die Darstellung des Kreises Heinsberg.

Nun sind NRW-Umweltministerium, Landesumweltamt, Landwirtschaftskammer und Kreis sowie Mitarbeiter vom „Algemene Inspectiedienst” miteinander im Gespräch. Die niederländische Seite sei offen für eine weitere Kooperation mit den deutschen Behörden, hieß es. Ein Signal, das zumindest Hoffnung aufkommen lasse, so Ausschussvorsitzender Dr. Gerd Hachen.