Erkelenz: Grundschule Houverath: „Existenz noch nicht gefährdet”

Erkelenz : Grundschule Houverath: „Existenz noch nicht gefährdet”

Der Erhalt der Grundschule in Houverath ist ungewiss geworden. Es ist nach der aktuellen Entwicklung nicht einmal mehr auszuschließen, dass sie zu einem Auslaufmodell wird.

Die einzügige Grundschule steht derzeit ohne Leitung da, nachdem Hedwig Michalski als Leiterin zur Franziskusschule in der Kernstadt gewechselt ist.

Bislang sind alle Bemühungen erfolglos geblieben, einen neuen Schulleiter für die Schule mit vier Klassen zu finden. Die entsprechende Ausschreibung blieb erfolglos.

Im Schulausschuss und im Hauptausschuss stimmten die Kommunalpolitiker daher einstimmig einem Vorschlag der Verwaltung zu, der einen Verbund der Schule in Erkelenz und der Schule in Houverath vorsieht. Dadurch könne der Fortbestand der kleinen Schule ermöglicht werden, anderenfalls, ohne einen Verbund, sei zu befürchten, dass die Grundschule bei rückläufigen Anmeldezahlen geschlossen werden könnte.

Als Verbundschule wäre sie ein Standort einer Schule mit einem Kollegium, einer Schulkonferenz und einer Schulleitung. Ein Verbund von Houverath und Erkelenz böte sich vor allem deshalb an, weil es sich bei beiden Grundschulen um katholische Bekenntnisschulen handelt.

„Noch ist die Houverather Grundschule nicht in ihrer Existenz bedroht”, betont Schuldezernent Dr. Hans-Heiner Gotzen. Doch werde die Entwicklung vom Schulamt des Kreises kritisch verfolgt.

Bislang leitet Hedwig Michalski „nebenher” ihr ehemalige Schule; ohne direkten Auftrag und mit Duldung des Kreises Heinsberg. Damit dürfte zu Beginn des neuen Schuljahres Schluss sein. Dann hat die Houverather Grundschule keine Leitung mehr, sie müsste sich quasi selbst verwalten.

Bei Wegfall der Schulbezirksgrenzen ist auch nicht damit zu rechnen, so heißt es im Rathaus, dass die Schülerzahlen in Houverath steigen. Es könnte deshalb sein, dass sie aufgelöst werden könnte, weil sie als einzügige Schule langfristig zu wenig Schüler habe.

In den Ausschusssitzungen betonten alle Parteien, sie wollten sich für den Erhalt des Schulstandortes Houverath einsetzten. Vor dem abschließenden Beschluss im Stadtrat beantragte dann die Fraktion der Grünen, die Entscheidung zu vertagen.

Zur Begründung hieß es, die Eltern der Houverather Schulkinder seien trotz eines Beschlusses der Schulgremien, die einen Verbund mit der Franziskusschule begrüßen, nicht ausführlich informiert. Der Rat könne nicht über die Köpfe der Eltern hinweg beschließen, zunächst müsse eine ausführliche Elterninformation stattfinden. Die Eltern würden den Verbund ablehnen, weil sie nicht informiert seien. Das wiederum sorgt insofern bei anderen Politikern für Verwunderung, da alle Eltern zu einer Schulkonferenz eingeladen worden seien.

Klaus Steingießer, Sprecher der CDU, hielt den Grünen entgegen, es würden Ängste geschürt, man wolle die Grundschule schließen, „Genau das Gegenteil ist der Fall.”

Bei der Verwaltung indes ist man bemüht, die Wogen zu glätten. So gibt es eine Einladung an die Schülereltern zu einem Gespräch am 13. Januar. Gleichzeitig ist die Verwaltung bestrebt, den aufkommenden Unmut an der Franziskusschule zu beheben.

Welche Alternativen und Konsequenzen es haben könnte, wenn es den Verbund nicht geben sollte, machen die Vorlagen zu den Sitzungen deutlich, denen alle Fraktionen zustimmten: Auf Dauer wäre der Standort Houverath nicht zu halten. Damit ginge auch der Erkelenzer Standort für die Hochbegabtenförderung, die ursprünglich für den Kreis Heinsberg von Hedwig Michalski in Houverath etabliert worden war, verloren.

Und welche Auswirkungen das Gezeter für die Franziskusschule haben würde, das ist inzwischen auch wieder offen.