Grünes Rezept gibt den Patienten Orientierung

Grünes Rezept gibt den Patienten Orientierung

Kreis Heinsberg. Die Reformen im Gesundheitswesen haben für Verunsicherung der Patienten in den Arztpraxen und Apotheken gesorgt.

Seit Jahresanfang können nicht rezeptpflichtige Arzneimittel nur noch in Ausnahmefällen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Ärzte und Apotheker befürchten, dass Patienten aus diesem Grund nur selten der mündlichen, ärztlichen Empfehlung folgen werden, solche Arzneimittel zu erwerben und einzunehmen.

In den Arztpraxen und Apotheken im Kreis gibt es jetzt eine Neuerung, die Abhilfe schaffen soll. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und der Apothekerverband Nordrhein haben gemeinsam das so genannte Grüne Rezept entwickelt.

„Während auf den bekannten rosafarbenen Kassenrezepten und den blauen Rezepten für Privatversicherte die verschreibungspflichtigen Medikamente stehen, kann ein Arzt auf den neuen Grünen Rezepten Empfehlungen für nicht verschreibungspflichtige Medikamente geben”, erklärt Hans Kühle, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.

Unverzichtbar

Auf diese Weise können die Patienten weiterhin an der bewährten Therapie des Arztes festhalten, auch wenn sie das empfohlene oder verordnete Medikament selber zahlen müssen. „Dies ist wichtig, da nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel das optimale Präparat und unverzichtbar für den Erfolg der ärztlichen Therapie sein können”, betont Dr. Jost Reermann, Sprecher der Kreisstelle Kreis Heinsberg der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein.

„Durch das Grüne Rezept erhalten die Patienten nun eine wichtige Orientierungshilfe. Sie können darauf vertrauen, dass das vom Arzt empfohlene Medikament das richtige gegen ihre Krankheit ist”, so Reermann weiter. Das Zusammenspiel zwischen Apotheker und Arzt laufe somit weiterhin unbürokratisch und kooperativ ab.

Zudem werde den Patienten durch das Grüne Rezept verdeutlicht, dass auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente ein wichtiger Bestandteil der Arzneimitteltherapie des Arztes seien.

„Apotheker erleben häufig, dass Patienten der Ansicht sind, ein Arzneimittel sei nicht so wichtig, wenn es nicht von einem Arzt verschrieben worden sei”, berichtet Kühle. Das Grüne Rezept solle dieses Missverständnis zukünftig vermeiden helfen.

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