Kreis Heinsberg: Grünen kündigen neue Aktivitäten an

Kreis Heinsberg : Grünen kündigen neue Aktivitäten an

Nach dem Klimawandel stellt der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen 2008 den demografischen Wandel und die daraus resultierenden Herausforderungen in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten.

Dies machte Rainer Rißmayer als Sprecher des Vorstands beim Neujahrsempfang der Partei in der Heinsberger Stadthalle deutlich.

Zu den Gästen gehörten neben der Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius aus Kohlscheid und Landesschatzmeister Jo Schroers auch die Landtagsabgeordnete Dr. Ruth Seidl aus Wassenberg und Liesbeth van Soest, Fraktionsvorsitzende von „Groen Links” in der Provinz Limburg.

Vor 50 Jahren noch hätten zwei Arbeitnehmer für einen Rentner gearbeitet, stieg Herlitzius in die Thematik ein. Heute sei das Verhältnis umgekehrt. Zwei Rentner würden gerne von einem Erwerbstätigen ernährt werden. „Aber ist das wirklich der richtige Blickwinkel?” So fragte sie ihre Zuhörer und wählte einen Vergleich. Das Einkommen in die Währung von Eiern umgerechnet, hätten die Arbeitnehmer früher etwa 1,5 Eier geschafft.

„Ein Arbeitnehmer heute schafft heute drei Eier”, also stimme das Verhältnis ja eigentlich wieder. „Aber reden wir wirklich allein von demografischem Wandel? Es geht doch auch ein Stück weit um Unternehmerentscheidungen. Ich glaube eher an ein Verteilungsproblem, an Strukturprobleme, für die unsere sozialen Sicherungssysteme nicht mehr adäquat sind.”

Seidl, im Landtag Sprecherin der Grünen im Ausschuss für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, ging dann auf die Bildungspolitik ein. „Es ist ein Skandal, dass bundesweit jährlich 80.000 junge Menschen die Schule ohne irgendeinen Schulabschluss verlassen”, sagte sie. Verantwortungsvolle Schul- und Bildungspolitik sehe anders aus.

„Statt Kinder in die verschiedenen Schulformen frühzeitig auszusortieren, wie es die Landesregierung tut, setzen wir auf ein längeres gemeinsames Lernen.” Zugleich wagte sie den Ausblick auf die doppelten Abiturjahrgänge im Jahr 2013. Die im Landeshaushalt verankerte Finanzierung der Studienplätze reiche dafür bei weitem nicht aus. „Wir brauchen eine verantwortliche Bildungsplanung, wenn wir den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden wollen.” Dabei setzt sie auf die Kommunen. Sie bräuchten mehr Entscheidungskompetenzen. „Nur mit einer hohen Flexibilität der Schulen vor Ort wird man der demografischen Entwicklung gerecht werden können.”

Ulrich Horst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, wertete die Einstellung eines zweiten Schulpsychologen im Kreis als positiv. „Wir dürfen nicht weiter sparen. Weniger Kinder darf nicht heißen weniger Geld.” Aber auch die Bedürfnisse älterer Menschen müssten in den Blick genommen werden, kündigte er eine Fachtagung der Grünen zur demografischen Entwicklung an.

Schroers erinnerte daran, dass man schon jetzt an die nächsten Wahlen denken solle. Es gebe drei Kommunen im Kreis ohne Ortsverband, zwei davon auch ohne Vertreter im Rat.

Der Grünen-Vertreterin aus Limburg ging es darum, sich mit deutschen Gleichgesinnten künftig verstärkt zum Thema Fluglärm durch die in Geilenkirchen stationierten Awacs-Flugzeuge austauschen zu können.