Roetgen/Städteregion: Grüne: Nacken und Tietz-Latza bleiben Spitzen des Kreisverbandes

Roetgen/Städteregion : Grüne: Nacken und Tietz-Latza bleiben Spitzen des Kreisverbandes

Keine Frage: Für die Grünen in der Städteregion war es ein ganz besonderer Tag. Just zur Eröffnung des Haustürwahlkampfes in NRW trafen sie sich in Roetgen zur Mitgliederversammlung. Und das war für manche der am Nachmittag im Bürgersaal Anwesenden noch nicht alles: Sie hatten am Vormittag bereits an einer Fortbildung teilgenommen.

Es werden arbeitsreiche und anstrengende Wochen folgen. Daran ließ Gisela Nacken, die als Vorsitzende ebenso mit ganz klarer Mehrheit (54 Ja-, drei Nein-Stimmen) für zwei Jahre wiedergewählt wurde wie ihr Vorstandspartner Alexander Tietz-Latza (50/2), keine Zweifel.

„Unsere Umfragen sind absolut im Keller. Doch gerade deshalb müssen wir kämpfen“, rief sie den Mitgliedern zu. „Es liegt an uns, die Leute zu gewinnen, die sich vorstellen können, grün zu wählen, das bisher aber noch nicht getan haben“, zeigte sich Nacken zuversichtlich, dass ihre Partei bis zur Landtagswahl am 14. Mai das Stimmen- und Stimmungstief hinter sich lassen wird.

Die Grünen wollen das nach eigenem Bekunden mit großer Entschlossenheit und Geschlossenheit schaffen. Und mit einer Wahlkampstrategie, die sich von denen vorheriger Jahre deutlich unterscheidet. „Wir werden nicht warten, dass die Leute zu uns kommen. Wir werden Grün zu den Leuten bringen“, erklärte Lukas Benner, der erstmalig als einer von insgesamt sieben Stellvertretern in den Vorstand des Kreisverbandes Städteregion gewählt wurde und bei den Landtagswahlen im Südkreis (Aachen IV) kandidiert.

Benner sieht „schwierige Zeiten“, will das aber weniger auf die Grünen als auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen bezogen wissen. „Man muss in Deutschland wieder Dinge erstreiten, von denen man noch vor drei, vier Jahren gedacht hat, dass sie selbstverständlich seien.“ Freiheit, Meinungsfreiheit, Grund- und Bürgerrechte gehörten dazu. „Dafür stehen wir Grünen. Das müssen wir den Menschen klarmachen.“

Mehr als 60 Helfer haben sich bereits gemeldet, die die insgesamt vier Direktkandidaten in Stadt und Altkreis Aachen bei der Vermittlung dieser Werte sowie der elf grünen Kernziele für Nordrhein-Westfalen unterstützen möchten. Die Chancen, dass die grünen Botschaften ankommen werden, schätzt Jonas Paul, Kandidat im Aachener Süden (Aachen II), als sehr gut ein, denn: „Die Menschen sind unheimlich politisiert. Es hat selten ein so großes Interesse an Politik gegeben, wie das im Moment der Fall ist.“

Davon wollen die Grünen in der Städteregion mit Blick auf die Landtagswahlen sowie die Bundestagswahlen im September profitieren. Doch wenn auch vieles im Wahljahr 2017 auf diese beiden Urnengänge fokussiert sein wird, so wollen die Grünen auch ihre „normale“ Arbeit nicht vernachlässigen. „Unser Kreisverband hat sich in den vergangenen Jahren unheimlich positiv entwickelt. Das wollen wir fortsetzen“, betonte Werner Krickel, der als Fraktionsvorsitzender im Städteregionstag und wiedergewählter Partei-Stellvertreter weiter als Bindeglied fungieren will.

Eine Ausnahme wird allerdings bei den Kampagnen gemacht. Das Ziel der Grünen, mindestens zwei von diesen pro Jahr zu initiieren — 2016 bildeten Tihange und die Gestaltung von Integration die Schwerpunkte — wird in diesem Jahr zugunsten der Wahlkämpfe ausgeklammert.

Doch bereits am 7. Mai möchte die Partei zeigen, dass sie bei grundsätzlichen Themen wie dem Klimaschutz und dem Atom-Ausstieg dennoch am Ball bleibt. Für diesen Tag ist aus Protest gegen den Betrieb des AKW Tihange eine Fahrrad-Sternfahrt aus fünf Richtungen in die Aachener Innenstadt geplant.