Kreis Heinsberg: Großes Konzert erinnert an Anton Heinen

Kreis Heinsberg : Großes Konzert erinnert an Anton Heinen

Mit einem begeisternden Konzert erinnerte die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg wieder einmal an ihren Namensgeber Anton Heinen in der Rickelrather Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt. Dort war Anton Heinen von Pfingsten 1932 bis zu seinem Tod im Januar 1934 als Pfarrer tätig, auf dem nahegelegenen Friedhof fand er seine letzte Ruhestätte.

In weiser Voraussicht waren die Kirchenbankreihen um etliche Stuhlreihen erweitert worden. Das Collegium Musicum der Volkshochschule unter der Leitung von Ernest Frissen hatte zur Eröffnung eine Art Versprechen gewählt: das Concerto Grosso Nr. 14 von Händel. Ein Versprechen, das die Musiker im Verlauf des Konzertes mühelos halten sollten.

Begeistert beklatschte das Publikum auch die folgenden Werke von Mozart, Rossini, Humperdinck, Bizet und Schubert und war sich schnell einig: „Ein großes Konzert.“ 35 Hobbymusiker aller Altersstufen und aus dem Kreis Heinsberg haben sich im Collegium Musicum zusammengefunden. Immer wieder stellen sie ihr Können in Konzerten und bei der Begleitung von Chören eindrucksvoll unter Beweis. Begleitet wurde das Collegium Musicum in Rickelrath von den Solisten Berit Menzel und Richard Walter (Violine), Charly Bechholz (Basso Continuo), Christoph Menzel (Cembalo), Britta Menzel (Violine) und Jeroen Veermann (Bratsche).

Ingo Rümke, Fachbereichsleiter der Anton-Heinen-Volkshochschule, erinnerte an den Priester und Volksbildner Anton Heinen. Erwachsenenbildung war ihm ein besonderes Anliegen, sein Werk umfasst rund 300 Bücher und Aufsätze. Aufgrund seiner Vorstellungen von der großen Bedeutung lebenslangen Lernens wurde er zum Namensgeber der Volkshochschule des Kreises Heinsberg. Eine Art Memoiren unter dem Titel „Worum es mir ging! Mein Leben als Volksbildner“ habe er in Rickelrath verfasst. Sein „Rechenschaftsbericht“ blieb unvollendet, wurde im Nachlass gefunden und erst 2015 online veröffentlicht.

Progressive und modern seien die pädagogischen Ansätze von Anton Heinen gewesen, geprägt von katholischer Tiefgläubigkeit, berichtete Rümke. Um Wissensanhäufung sei es ihm nicht in erster Linie gegangen, sondern um das Begreifen von Zusammenhängen, um den Gewinn von Erkenntnis. Anton Heinen habe zum selbstständigen Denken ermuntern wollen und Wert darauf gelegt, dass auch der ländliche Raum in die Bildung einbezogen werde.

In dieser Tradition sieht sich auch die Volkshochschule, die einzige kommunale Weiterbildungseinrichtung im Kreis Heinsberg. Sie verfolgt ein modernes Konzept lebensbegleitenden Lernens und erstellt ganzheitliche Bildungsangebote, die sich an alle Bevölkerungsgruppen richten und alle Lebensbereiche einbeziehen. Weit mehr als 1500 Veranstaltungen pro Jahr dienen sowohl der persönlichen Entfaltung als auch der Teilhabe an beruflichen, sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

(mb)
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