Hückelhoven: Große Vielfalt an musikalischen Talenten

Hückelhoven : Große Vielfalt an musikalischen Talenten

Was für ein gelungener Jahresauftakt für die Anton-Heinen-Volkshochschule, die gemeinsam mit der Stadt Hückelhoven zum Neujahrskonzert in die Aula des Hückelhovener Gymnasiums eingeladen hatte.

„Wir haben fast 600 Karten verkauft”, waren die Organisatoren sehr zufrieden. Und auch mit der Wahl der Musiker hatte die VHS wieder ein glückliches Händchen.

Zu Gast war die russische Kammerphilharmonie St. Petersburg, die 1990 von Absolventen des St. Petersburger „Rimsky-Korsakoff”-Staatskonservatoriums gegründet wurde. Nach einer Gedenkminute für die Flutopfer in Südasien und den besten Wünschen zum neuen Jahr durch Fritz Dietrich von der Konzertdirektion demonstrierte das Orchester eindrucksvoll die unerschöpfliche Vielfalt an musikalischen Talenten.

Ihren hohen Ausbildungsstand demonstrierten die Musiker an Johann Strauss Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus”. Das Orchester hauchte dem Stück mit seinem leidenschaftlichen und harmonischen Spiel wahrhaft Leben ein. Ebenfalls aus der Feder Johann Strauss sind die „Geschichten aus dem Wienerwald”, aus denen das Orchester den Walzer OP. 125 zum Besten gab.

Bei einem heiteren und schnellen, aber auch langsamen, getragenen Werk des Komponisten Vincenzo Monti, Csardas für Violine und Orchester, glänzte neben dem Dirigenten Juli Gilbo auch Michel Gershwin mit gekonntem Violinensolo. Der in Weißrussland geborene Geigenvirtuose studierte am Moskauer Konservatorium und wurde 1988 mit dem Grand-Prix des internationalen „David-Oistrach-Wettbewerbs” ausgezeichnet.

Musik erfreut das Ohr

Viel Beifall erhielt auch die Sopranistin Barbara Cramm, die mit Emmerich Kálmáns Csardas aus der Operette „Die Csardasfürstin” mit ihrem Gesang begeisterte. „Musik muss das Ohr erfreuen, es nicht beleidigen”, meinte Fritz Dietrich, der durchs Programm führte. Ein Genuss für das Ohr waren auch Werke Georges Bizets aus der Oper „Carmen”.

Vom Schwung der Melodie der herrlichen Ouvertüre zur Oper „Die Lustigen Weiber von Windsor” von Otto Nicolai ließ sich das Publikum mitreißen. Ovationen gab es nach dem wundervollen Spiel und Gesang Barbara Cramms bei Franz Lehárs „Vilja-Lied” aus der Operette „Die Lustige Witwe”. In die Reihe der großartigen Werke, die das Orchester leidenschaftlich und mit viel Feingefühl zelebrierte, reihten sich auch Pietro Mascagnis Intermezzo Sinfonico aus der Oper „Cavalleria rusticana” und Giacomo Puccinis Arie der Lauretta „O, mio babbino caro” aus „Gianni Schicchi” ein.

„Johannes Brahms sagte einmal, dass Musik disziplinierter Lärm ist. Er hat vollkommen recht damit”, sagte Fritz Dietrich kurz bevor Peter Tschaikowskys „Trepak” (russischer Volkstanz) aus dem Ballett „Der Nussknacker” erklang. Das Orchester machte dieser Aussage alle Ehre.

Zum Abschluss gab es zwei modernere Stücke: Frederick Loewes „I Could Have Danced All Night” aus dem Musical „My Fair Lady” und Leonard Bernsteins „Tonight” aus dem Musical „West Side Story”. Mit tosendem Applaus erreichte das Publikum immerhin noch zwei Zugaben, ehe es das Orchester ziehen ließ.