Wegberg: Grenzlandrennen: Sieg in Wegberg und Aufstieg in A-Klasse

Wegberg : Grenzlandrennen: Sieg in Wegberg und Aufstieg in A-Klasse

Das war „Maßarbeit“. Die Siegerehrung des Hauptrennens war gerade beendet, da ergoss sich ein ergiebiger Regenschauer über Wegberg und die Strecke des Grenzlandrennens. Die Organisatoren der Radsportabteilung des SC Wegberg hätten zwar gerne noch im Trockenen „abgebaut“, aber das war ihnen nicht vergönnt.

Zufrieden konnte Dieter Lausberg, Abteilungsleiter beim SC Wegberg und „Motor“ der Veranstaltung, schon sein. Beim Hauptrennen der Eliteklasse B und C gingen 100 Fahrer auf den 2,2 Kilometer langen Rundkurs, zu dem auch eine Grenzlandringpassage gehört. Auch in den anderen Klassen kamen ordentliche bis gute Teilnehmerfelder zusammen. „Im Jugendbereich sind es mehr als im vergangenen Jahr“, freute sich Lausberg. Den größten Zuschauerzuspruch verzeichnete man bei den Schüler- und Jugendrennen.

Im Hauptrennen über 34 Runden (74,8 Kilometer) blieb das Feld bis fast zur Hälfte zusammen. 18 Runden vor Schluss hatte sich eine siebenköpfige Spitzengruppe abgesetzt, die dann auf neun Fahrer anwuchs. „Das sind richtig starke Fahrer“, sagte Dieter Lausberg. Die arbeiteten auch hervorragend zusammen, lösten sich immer wieder in der Führungsarbeit ab und hatten schließlich einen Vorsprung von mehr als 40 Sekunden auf das Hauptfeld herausgefahren.

Sieben Fahrer der B-Kategorie und zwei aus der C-Kategorie hatten sich vorne versammelt. Taktisches Geplänkel gab es auf der Zielgeraden nicht, sondern einen lang gezogenen Endspurt. Den zog Lars Piekenbrinck (Team Sportforum Düsseldorf-Kaarst-Büttgen) früh an und auch durch. Folgen konnten ihm noch einige, vorbeiziehen vermochte keiner mehr. Piekenbrinck war nicht nur der stolze Sieger des Rennens und auch der Prämienspurts, er schaffte durch seinen Sieg in 1:36:41 Stunden auch den Aufstieg in die Eliteklasse A. Michael Eilting (Steinfurt) sicherte sich Platz 2 vor Philipp Globisch (Gütersloh). Fachkundig kommentiert wurden die Rennen von Andy Paffrath aus Köln. „Er ist zum vierten Mal in Wegberg“, sagte Dieter Lausberg.

Gefragt war nach dem Rennen vor allem Wasser. Die Temperaturen lagen auf hohem Niveau. Das führte auch dazu, dass mehr Fahrer als in vergangenen Jahren vorzeitig „ausstiegen“. Grund waren auch kleinere Stürze und Materialpech.

Besonders schnell waren die Senioren unterwegs. Für die 19 Runden (41,9 Kilometer) benötigte Dirk Trautmann aus Köln 57:11 Minuten. Norman Jansen und Reiner Beckers folgten. Bei den Schülern U 13 war Julius Klein (VfR Büttgen) in 29:22 Minuten der Schnellste über die acht Runden (17,6 Kilometer). Das U 15-Rennen über zehn Runden (22 Kilometer) gewann Leif Hamacher (Union Nettetal) in 35:03 Minuten. Bei der Jugend U 17, die 13 Runden (28,6 Kilometer) zurückzulegen hatte, gab es einen niederländischen Doppelsieg. Lars Zoomers gewann vor Radan Adriaans. Dass nur der Sieg zählt, wurde auch schon bei den Jüngeren deutlich. Nach der Zielankunft wurde über den verpassten ersten Platz auch laut geflucht. Der SC Wegberg war auf der Strecke nicht vertreten. Dafür sorgten 40 Helfer für den reibungslosen Ablauf.

Hin und wieder gab es auch „Beschwerden“ bei der Rennleitung. So regten sich bei einem Schülerrennen Mitfahrer darüber auf, dass einer sich nur „angehangen“, aber keine Führungsarbeit geleistet hatte. Erfahrene Rennfahrer „regeln“ solche Situationen auf der Strecke.

„Die Akzeptanz ist da“, freute sich Dieter Lausberg. Teilnehmer kommen nicht nur aus Nordrhein-Westfalen oder den benachbarten Niederlanden. Auch in Hessen hat das Grenzlandrennen Anziehungskraft. „Wir bekommen viel Lob wegen der pfeilschnellen Strecke“, erklärte der SCW-Abteilungsleiter.

Die Wegberger bekommen auch immer wieder die Anregung, sich für überregionale Meisterschaften zu bewerben. Das Risiko ist Lausberg aber zu groß. Ein „Traum“ wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Denn der Grenzlandring würde sich auch für eine Deutsche Meisterschaft einigen. Doch eine komplette Sperrung würde wohl am Veto von straßen.nrw und auch an der Vielzahl der benötigten Helfer scheitern.

Am Rande der Strecke wurde auch gefachsimpelt und von früheren glorreichen Zeiten des Radsports geschwärmt. Und Heinz Krimp, selbst ehemaliger begeisterter und erfolgreicher Fahrer in Büttgen, fand jemanden, der noch Zeitungsausschnitte und Bildmaterial über die Karriere seines Vaters hat. Dieter Lausberg hatte beide zusammengeführt. Auch das zählt zum Wegberger Grenzlandrennen.

(sie)