Erkelenz: Grenzlandbegegnung im Alten Rathaus eröffnet

Erkelenz : Grenzlandbegegnung im Alten Rathaus eröffnet

Den wichtigsten Satz bei der Eröffnung der 15. Internationalen Grenzlandbegegnung des Verbandes der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise in Erkelenz am Samstag sprach der Präsident des Bundes Deutscher Karneval, Franz Wolf aus Köln.

„Karneval im Sommer wird es eben so wenig geben wie Weihnachten im August.” Er wandte sich damit gegen jegliche Trends und Tendenzen, die „fünfte Jahreszeit” zum Ganzjahrestreiben auszudehnen, und konnte damit den Beifall der Festgesellschaft einheimsen.

Wolf war nur einer von vielen illustren Gästen, die der Erkelenzer Bürgermeister Erwin Mathissen im Alten Rathaus begrüßen konnte.

Sein besonderer Gruß galt Landtagspräsident Ulrich Schmidt, der nicht nur Schirmherr der Grenzlandbegegnung ist, sondern auch häufiger Gast in der Erka-Stadt. Für Mathissen ist Schmidt ein „Freund der Karnevalisten”.

Die ständigen Reise ins Rheinland haben den Landtagsabgeordneten aus Westfalen im Laufe seiner politischen Karriere empfänglich für den Karneval gemacht, wie Schmidt freimütig zugab.

Mit tatkräftiger Unterstützung des Mönchengladbacher Karnevalspräsidenten Bernd Gothe hat er die rheinische Narretei mit dem Prinzenempfang auch im Düsseldorfer Landtag eingeführt.

Zum humoristischen Bildungsseminar wurde der Hauptvortrag der Eröffnungsveranstaltung. Kaplan Jürgen Frisch referierte gekonnt und humorvoll, zunächst karnevalist angehaucht, dann angemessen seriös, über die Kirche und den Karneval und dürfte auch den letzten Skeptiker überzeugt haben, dass dies ein gute Verbindung ist.

„Aus Erkelenz ist noch keiner dümmer weggegangen”, meinte er abschließend und konnte den lautstarken Applaus gerne als Zustimmung seiner Zuhörer registrieren. Sie hatten viel gelernt.

Den Blick über die Grenzen tat Volker Wagner, der Präsident der Närrischen Europäischen Gemeinschaft. Lange bevor es irgendeinem Politiker in Europa gelungen wäre, einen Schlagbaum an einer Staatsgrenze zu heben, hätten die Karnevalisten schon die Grenzen überwunden und mit dem Karneval als Sprache des Herzens den Weg zu einem vereinten Europa geebnet.

Immerhin seien rund acht Millionen Menschen in rund 10 000 Vereinen europaweit vom bazillus carnevalensis infiziert.