Kiel: „Gorch Fock”: Weitere Ermittlungen nach tödlichem Unfall

Kiel : „Gorch Fock”: Weitere Ermittlungen nach tödlichem Unfall

Zwei Monate nach dem Tod einer von Bord des Marine-Segelschulschiffes „Gorch Fock” gefallenen Soldatin Jenny B. aus Geilenkirchen sind die genauen Umstände weiter unklar.

Die Ermittlungen liefen noch, sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte damit einen Bericht des Senders NDR 1 Welle Nord. Es werde der Vorwurf der Fahrlässigkeit geprüft.

Zu Ergebnissen wollte sich Wick nicht äußern. Erkenntnisse über ein Fremdverschulden gebe es aber weiterhin nicht. Die Behörde hoffe, die Ermittlungen bis zum Jahresende abzuschließen.

Ende September hatten die Ermittler laut Wick erneut 40 bis 50 Besatzungsmitglieder befragt. Dazu waren drei Staatsanwälte und sechs Polizisten nach Dublin gereist, wo die „Gorch Fock” festgemacht hatte.

„Es gab noch weiteren Befragungsbedarf”, sagte Wick. „Da die Mannschaft wenige Tage später komplett ausgetauscht werden sollte, mussten wir schnell nach Irland fahren.” Bereits kurz nach dem Vorfall waren die Besatzungsmitglieder in Wilhelmshaven befragt worden.

In der irischen Hauptstadt sei auch der mögliche Unfallhergang nachgestellt worden, erklärte Wick. Dabei gab es nach Angaben der Marine keine neuen Erkenntnisse. „Es gibt keine Anzeichen für Fahrlässigkeit”, sagte Fregattenkapitän Achim Winkler der dpa. „Wir warten nun auf den Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft.”

Die 18 Jahre alte Offiziersanwärterin Jenny B. aus Geilenkirchen war in der Nacht zum 4. September vor Norderney während ihrer Wache von Bord des Schiffes in die Nordsee gestürzt. Gut zwei Wochen später entdeckte die Besatzung eines Forschungsschiffs 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland ihre Leiche.