Erkelenz: Glenn-Miller-Musical mit sehr viel Schwung

Erkelenz : Glenn-Miller-Musical mit sehr viel Schwung

Wer als Berühmtheit früh stirbt und dazu noch unter ungeklärten Umständen, der kann sicher sein, dass die Nachwelt ihn nicht vergisst. Und so ist es auch mit Glenn Miller, dem berühmten Bandleader der frühen Vierziger des letzten Jahrhunderts.

Die Bestätigung dafür lieferte das Musical „Moonlight Serenade” über sein Leben im Atrium des Cusanus-Gymnasiums. Das Euro-Studio Landgraf empfahl sich mit dieser Aufführung ein weiteres Mal als erfolgreiches Tournee-Theater und brachte die Geschichte von Glenn Miller, dessen Karriere nur sechs Jahre dauerte, rasant und schwungvoll über die Rampe.

Allein schon die Tatsache, dass dieser Ausnahme-Musiker als erster 1941 eine Goldene Schallplatte bekam für mehr als eine Million verkaufter Platten seines unvergessenen „Chattanooga Choo Choo”, zeigt, dass er zu den ganz Großen der Unterhaltungsmusik gehört. In fast zwei Dutzend Szenen aus dem Leben und Schaffen Glenn Millers, unterlegt und begleitet von etwa 30 Liedern und Musikstücken, lieferten die 14 Musiker und die sieben Darsteller/innen ein buntes und in seiner musikalischen Vitalität ansteckendes Panorama einer die Moden der Zeit überdauernden Persönlichkeit.

Es gab keinen eigentlichen roten Faden, sondern nur so etwas wie Brennpunkte im Leben eines Musikers auf der Suche nach einem eigenen und unverwechselbaren Stil, den er schließlich gefunden zu haben glaubte mit den über den Saxophonen schwebenden Klängen der Klarinette. Und es zeichnet den Charakter von Glenn Miller aus, dass er seine wohldotierten Aufführungen und Plattenverträge in den USA aufgab, um zu den Truppen nach Europa zu fliegen, um dort auf seine Weise gegen Nazi-Deutschland zu kämpfen.

Wer, vor allem von den Älteren, erinnert sich nicht an „Moonlight Serenade”, die dem Buch von Mary Millane den Namen gegeben hatte, „In the Mood”, „String of Pearls, das schon genannte „Chattanooga Choo Choo”, „Little Brown Jug” und wie all diese Evergreens heißen.

Vor allem das Orchester mit hervorragenden Solisten, die bei den einen oder anderen Soli ihre virtuosen Fähigkeiten beweisen konnten, aber auch die Sänger und Tänzer ließen in zweieinhalb Stunden eine nicht vergessene, aber doch inzwischen ferne Welt wieder auferstehen. Unter der Regie von Katja Wolf leitete Heiko Hoffmann vom Klavier aus das Ensemble, an dessen Spitze sicher Tilmann von Blomberg als Glenn Miller zu nennen ist.

Auch äußerlich dem Original ähnlich verstand er es, sowohl musikalisch als Sänger und Posaunist als auch mimisch als manchmal etwas schrulliger, aber liebenswürdiger Mensch das Publikum für sich einzunehmen. Dieses dankte auch zwischendurch und vor allem am Ende mit langanhaltendem Beifall für zweieinhalb Stunden sympathischer und angeregt-erfrischender Unterhaltung.